Während der Platz für feste Module auf dem Vordach nicht reicht, ist es für eine mobile Lösung optimal. Di
Während der Platz für feste Module auf dem Vordach nicht reicht, ist es für eine mobile Lösung optimal. Die hat allerdings auch so einige Nachteile, wenn das Wetter nicht mitspielt. Karsten Riemer
Jede Form von Schatten zehrt an der Leistung, die das Solarmodul liefert. Völlig vermeiden lässt sich das kaum.
Jede Form von Schatten zehrt an der Leistung, die das Solarmodul liefert. Völlig vermeiden lässt sich das kaum. Karsten Riemer
Egal ob Handy oder Akkulampe für die abendliche Beleuchtung: Dank gespeicherter Sonnenenergie ist der Strom dafür gr
Egal ob Handy oder Akkulampe für die abendliche Beleuchtung: Dank gespeicherter Sonnenenergie ist der Strom dafür gratis. Karsten Riemer
Sonnenenergie

Solarmodul auf dem Balkon – ein Selbsttest

Können mobile Solargeneratoren eine alternative im privaten Haushalt sein? Theoretisch schon, der Praxistest offenbart aber einige Fallstricke.
Demmin

Licht an? Heizung aus? Vor dem Hintergrund der aufziehenden dunklen Jahreszeit sind das Alltagssorgen, die früher für viele keine ernsthafte Rolle spielten. Energie war schlicht da und für die meisten Menschen gut bezahlbar. Doch diese Zeiten sind – zumindest vorerst – vorbei. Die explodierten Energiekosten stellen lang gehegte Gewissheiten deutlich infrage. Grund genug das Thema „Energie sparen“ in den Fokus zu nehmen.

Das Problem: So viel Potenzial gibt es oft gar nicht, um den Verbrauch im privaten Alltag zu drücken. Selbstredend sind kürzer Duschen, zielgerichtet und im Zweifel weniger Heizen oder achtsam mit der Beleuchtung umgehen entscheidende Punkte – danach wird es allerdings schon schwieriger. Energie – ob nun Wärme oder Strom – bleibt ein integraler Bestandteil des alltäglichen Lebens.

Heißt auch: Es geht nicht primär um Sparen sondern um Ersatz, damit der Bedarf gedeckt und das Portemonnaie geschont werden kann. Bei Strom ist das durchaus realistisch. So sind kleine, als Balkonkraftwerk bezeichnete, Solaranlagen eine Möglichkeit selbst elektrische Energie zu erzeugen.

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Einspeisen ins Netz nur mit Genehmigung

Allerdings ergeben sich in diesem Zusammenhang einige Probleme, wie aus intensiver Recherche in Fachmagazinen und dem Internet hervorgingen. Zum einen wird eine entsprechende Fläche benötigt, um die Anlage zu installieren, zum anderen speist sie den Strom in das bestehende Netz ein – was zudem genehmigungspflichtig ist. In den meisten Mietwohnungen ist das kaum umsetzbar.

Der Nutzen ist zudem nur tagsüber gegeben, so die Sonnenenergie nicht gespeichert wird. Für Haushalte, die nicht primär im Homeoffice arbeiten beziehungsweise den Strom direkt verbrauchen, verpufft der Effekt nahezu vollständig.

Günstiger Strom für Handys und Lampen

Dennoch kann Sonnenenergie ein Mittel sein, der derzeitigen Energiekrise zu begegnen. Dafür bedarf es allerdings eines brauchbaren Speichers und eines passenden Solarmoduls, welche beide möglichst mobil sein müssen, um sich wechselnden Alltagssituationen anzupassen. Das Ziel: Kleingeräte, wie Handys, Laptops und alle Geräte, die regelmäßige Akkuladungen brauchen sowie die abendliche Beleuchtung künftig nur noch per gespeicherter Solarenergie zu versorgen. Ganz so, wie es im Campingbereich auch möglich ist.

Und genau dort setzt die technische Ausstattung für das Unterfangen an. Denn faltbare Solarzellen und mobile Stromspeicher inklusive Schuko-Steckdose und USB-Ausgängen sind bereits seit Längerem auf dem Markt verfügbar. Entscheidend ist dabei die Leistung – sowohl des Solarmoduls als auch der sogenannten Powerstation. Je nachdem, welche Ansprüche gestellt und welche Geräte versorgt werden. Die Bandbreite ist abhängig vom Preis allerdings groß und der kann schnell in die Tausender gehen.

Restsonne für den späteren Gebraucht

Die Wahl fiel am Ende auf ein Gerät der Marke Bluetti mit 268 Wh Speicher und einer Ausgangsleistung von dauerhaft 600 Watt – womit vorübergehend sogar Fernseher oder Kühlschrank betrieben werden könnten. Kostenpunkt Mitte September 2022 299 Euro. Hinzu kam für 175 Euro ein faltbares Solarmodul der Marke Firefly mit 120 Watt Leistung – die jedoch nur unter perfekten Bedingungen erreicht werden, was – den ersten Erfahrungen nach – kaum möglich ist. Vorteil des Paneels: Es hat eigene USB-Anschlüsse, worüber sich Handys und ähnliche Geräte bereits direkt laden lassen.

Im ersten Test auf dem heimischen Vordach bei leicht bewölktem Himmel und lediglich Abendsonne klappte das auch hervorragend. Innerhalb einer Stunde kletterte der Ladebalken des Smartphones von unter 50 auf über 80 Prozent. Zudem konnte eine kleine vorhandene Powerbank von der Restsonne profitieren und Strom für den späteren Gebrauch speichern.

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Erster Erfolg: Kein Ladestecker steckte in der Steckdose

Da der große Speicher erst einige Tage später geliefert werden sollte, blieb das Vorgehen am Folgetag gleich. Dank Wochenende und halbwegs klarem Himmel kam das Modul allerdings schon am Vormittag zum Einsatz. Zwei private Handys am Nachmittag und die Powerbank im Tagesverlauf konnten so Strom tanken. Erster Erfolg: Ein ganzes Wochenende steckte kein Ladestecker in einer heimischen Steckdose. Der Bedarf wurde trotz intensiver Nutzung der Smartphones nur mittels Sonne gedeckt. Der Nachteil: Die Geräte mussten zumindest vorübergehend ihr Dasein auf dem Vordach fristen.

Nach Lieferung des großen Stromspeichers bremsten zunächst Wolken und Regen die Euphorie – über mehrere Tage. Pünktlich zum Wochenende ließ sich aber auch die Sonne blicken. Die große Stromernte konnte also in die nächste Runde gehen. Dank mitgelieferter Kabel war die Verbindung von Powerstation und Solarpaneel kinderleicht. Den Leistungseingang bezifferte das Gerät im Mittel mit rund 60 Watt. Somit lediglich die Hälfte von dem, was auf dem Papier möglich ist. Der Spitzenwert kratzte an der 80er-Marke. Nichtsdestotrotz stimmte die angegebene Ladedauer zuversichtlich. Unter zwei Stunden – so die Berechnung ausgehend von 63 Prozent Vorladung.

Werte, die im Verlauf allerdings nicht zu halten waren- trotz mehrfachem Ausrichten des Paneels. Denn sobald Wolken die Sonne auch nur teilweise verdecken, bricht die Leistung ein – im Extremfall auf null Watt. Trotzdem kletterte eine Zahl auf dem Display kontinuierlich. Zwischen 14 und 17 Uhr brachte es die Powerstation auf 98 Prozent Ladung. Genug Energie, um auch an regnerischen Herbsttagen Telefone und LED-Akku-Lampen für das abendliche Licht mit Strom zu versorgen – selbst für mehrere Ladezyklen. Abhängig von der Nutzungsintensität und Anzahl – im Test bis zu fünf – der geladenen Geräte lassen sich so zwischen drei Tagen und einer Woche rein mit „geernteter“ Solarenergie überbrücken.

Endgegner sind nicht Wolken, sondern Wind

Das bedingt jedoch auch eine Verhaltensänderung, die sich bisweilen schwierig gestaltet. Denn der Griff zum Lichtschalter ist ebenso wie der Stecker in der Steckdose nahezu ein Automatismus. Es bedarf somit einer gewissen Disziplin, um das Potenzial der Powerstation auch wirklich zu nutzen.

Ein Punkt, der ebenso auf den regelmäßigen Auf- und Abbau der Solarzelle und des Speichers zutrifft. Denn wenn die Sonnenstunden nicht genutzt werden, gibt es auch keinen neuen Strom. Dabei müssen zudem die Witterungsbedingungen überwacht werden. Zwar verrichtet das Gerät bei wechselnder Bewölkung seinen Dienst von allein. Feuchtigkeit ist allerdings problematisch. Der Hauptgegner beim Laden mit dem mobilen Solargenerator ist jedoch Wind. Dieser lässt die Stärke des Geräts – die leichte Bauweise – schnell zur Schwäche werden. Das Paneel fungiert dann wie ein Segel und kippt im besten Fall einfach um, schleift im schlechtesten Fall aber erst ein paar Meter über den Boden und kappt so gleichzeitig die Kabelverbindung.

Fazit: Solalar

Fazit: Für eine komplett autarke Stromversorgung reicht der mobile Solargenerator nicht aus – muss er aber auch gar nicht. Denn selbst wenn nur Kleingeräte regelmäßig mit Solarstrom geladen werden, spart das mittel- bis langfristig bares Geld. Ob und wann sich der Kauf amortisiert, steht indes auf einem anderen Blatt und ist abhängig von der tatsächlichen Nutzung. Wird lediglich ein Handy täglich mit Strom versorgt und die üblichen Kosten hierfür von circa zwei bis drei Euro pro Jahr zugrunde gelegt, dauert es rechnerisch gut 200 Jahre.

Allerdings lassen sich längere Stromausfälle eben zumindest ein bisschen kompensieren. Darüber hinaus ist die Konstruktion aus Paneel und Powerstation nahezu überall einsetzbar. Was jedoch auch die Probleme, wie Windanfälligkeit und regelmäßige Neuausrichtung per Hand mit sich bringt. Nichtsdestotrotz leistet der Generator solide Arbeit und kann mit ein wenig persönlichem Einsatz eine interessante Alternative zu Steckdose und Lichtschalter darstellen.

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Kommentare (2)

Als Spielzeug taugt der Kram. Eine warme Mahlzeit herstellen bzw. den Kühlschrank kalt halten tun die Dinger nicht. Wer seinen Alltag auf Aufladen von Smartphones reduziert, könnte das eine Alternative sein, sofern berechnet wird, wann sich die Anschaffungskosten amortisieren.

Solarmodul auf dem Dach
Hat sich mal Jemand die Mühe gemacht gegenzurechnen was die Herstellung, die Lieferung, die spätere Entsorgung usw. für den Umweltfaktor dieser Anlagen bedeuten? Das ist wie mit den E-Autos...nach spätestens 8 Jahren werden neue Batterien gebraucht...woher kommen noch mal die Rohstoffe dafür...wer arbeitet in den Tagebauen...und was ist mit dem Grundwasserstand im Umfeld des Tesla Werkes in Brandenburg?
Die heute hoch entwickelten Verbrenner-Motoren laufen seit mehr als 50 Jahren...und laufen...und laufen...
Und wer ist noch mal der Hauptgeldgeber für die Deutsche Umweltstiftung...?