DATEN GESPEICHERT

Stromanbieter lehnen Wechselkunden ab

Wer Energiekosten sparen will, konnte sich bisher einfach einen neuen Anbieter suchen. Doch jetzt gibt es Pläne für eine zweifelhafte Datenbank, die einen solchen Umstieg erschweren würde.
Wer Energiekosten sparen will, konnte sich bisher einfach einen neuen Anbieter suchen.
Wer Energiekosten sparen will, konnte sich bisher einfach einen neuen Anbieter suchen. Oliver Berg
Neubrandenburg ·

Der Verbraucherzentrale liegen nach eigenen Angaben vermehrt Beschwerden von Verbrauchern vor, deren Wechsel ohne Angabe von Gründen abgelehnt wurde. Es sei zu befürchten, dass ein solcher Wechsel künftig noch schwieriger werden könnte, sagte Jürgen Fischer, Vorstand der Verbraucherzentrale MV. Damit bezieht er sich auf Pläne der Auskunfteien Schufa und CRIF Bürgel, die künftig Daten von Strom- und Gaskunden in einer zentralen Datenbank speichern und Energieanbietern zur Verfügung wollen.

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„Für eine solche Datensammlung fehlt nicht nur die rechtliche Grundlage, es besteht auch keine wirtschaftliche Rechtfertigung“, warnte Fischer. Stromkunden zahlten in laufenden Verträgen in der Regel monatliche Abschläge, Energieunternehmen gingen keine Kreditrisiken ein. Eine solche Sammlung sei auch mit der Datenschutzgrundverordnung nicht vereinbar, erklärte Fischer. Diese siehe vor, dass Daten nur bei einem berechtigten Interesse gesammelt werden dürfen. „Das Sammeln und Auswerten von Daten vertragstreuer Kunden entbehrt jeglicher Rechtfertigung“, so Fischer weiter. Die Verbraucherzentrale fordert den Landesdatenschutzbeauftragten, Heinz Müller, auf, sich für Mecklenburg-Vorpommern und im Kreis der Landesdatenschutzbeauftragten deutlich gegen diese Pläne zu stellen.

Die geplante Datenbank stehe auch der rechtlich festgeschriebenen Wechselmöglichkeit des Energieanbieters entgegen. Kunden, die mit Neukundenboni umworben und von Wechselangeboten Gebrauch machen, müssten künftig damit rechnen, dafür abgestraft zu werden. „Mit einer solchen Datenbank können wechselwillige Kunden identifiziert und abgelehnt werden“, kritisiert Fischer.

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