SELFPUBLISHING

Tipps für den Selbstverlag eines Buches

Mit der Veröffentlichung des eigenen Buches geht für Autoren wohl ein großer Wunsch in Erfüllung. Doch viele Schriftsteller kommen gar nicht so weit und scheitern bereits an der ersten großen Hürde: dem Verlag. Wie Sie Ihr Buch trotzdem veröffentlichen.
Johanna Horak Johanna Horak
Ein Buch herauszubringen ist für viele ein Traum, doch oft machen große Verlage Hobbyautoren einen Strich durch die Rechnung.
Ein Buch herauszubringen ist für viele ein Traum, doch oft machen große Verlage Hobbyautoren einen Strich durch die Rechnung. tomertu
Neubrandenburg.

Ein eigenes Buch auf den Markt zu bringen ist für viele Hobbyschriftsteller ein Traum, der oft unerfüllt bleibt. Denn große Verlage oder Agenturen für das eigene Manuskript zu begeistern ist mühselig und oftmals nicht von Erfolg gekrönt. Doch es gibt eine andere Möglichkeit sein Buch der breiten Masse zugänglich zu machen und das ganz ohne etablierten Verlag. Nämlich durch das sogenannte „Selfpublishing”.

Doch wie funktioniert das und für wen ist der Selbstverlag überhaupt geeignet? Eine, die weiß, worauf es beim „Selfpublishing” ankommt, ist Anette Huesmann. Sie ist Autorin, Journalistin und Dozentin für Kreatives Schreiben, hat Bücher bei großen Verlagen veröffentlicht und bietet Seminare zum Thema an.

Für wen eignet sich „Selfpublishing”?

„Selfpublishing” ist vor allem für diejenigen geeignet, die sich umfassend mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Denn eigenständiges Veröffentlichen heißt, sich um alles zu kümmern, was sonst ein Verlag übernimmt: Lektorat, Covergestaltung und Buchsatz bis hin zur umfassenden Vermarktungsstrategie. Das ist eine Menge Arbeit. Es gibt inzwischen viele Dienstleister, die sich darauf spezialisiert haben und bei denen ich alles einkaufen kann. Trotzdem muss ich als Autor die Entscheidungen treffen, Dienstleister beauftragen und Ergebnisse begutachten. Verlage haben sehr viel Know-How und wer eine Chance haben will, neben den Verlagsbüchern zu bestehen, muss sich umfassend in die Thematik einarbeiten.

Welche Vor- und Nachteile bietet der Selbstverlag?

Der Vorteil: Ich muss keinen Verlag von meinem Buch überzeugen – ich kann es einfach selber herausbringen. Das ist eine Riesenchance! Außerdem kann ich alle Entscheidungen selber treffen: Ich kann entscheiden, wie das Buch heißt, wie das Cover aussieht, wann es herauskommt und wie es vermarktet wird. Und ich muss den Erlös mit niemandem teilen: Gelingt es mir, den Buchverkauf ins Laufen zu bringen, gehört der ganze Gewinn mir. Der Nachteil: Ich bin auf mich allein gestellt und niemand unterstützt mich darin, die Entscheidungen zu treffen. Ein falscher Titel, ein falsches Cover oder eine falsche Vermarktungsstrategie können dazu führen, dass ein Buch floppt. Wenn es mir nicht gelingt den Verkauf anzukurbeln, trage ich auch die Kosten allein.

Was gilt es zu beachten?

Das Wichtigste: Man sollte die Fehler, die andere schon gemacht haben, nicht wiederholen. Also muss man sich vorher schlau machen: Was ist ein guter Titel für mein Genre, wie ist der aktuelle Trend für ein gutes Cover, wie sieht eine gute Vermarktungsstrategie aus. Wenn ich nicht alles selber machen möchte, kann ich Dienstleistungen einkaufen, von der Beratung über Covergestaltung bis hin zur Vermarktung. Das bedeutet aber auch, dass man, bevor man das erste Buch verkauft, viel Geld investieren muss. Damit geht man ein finanzielles Risiko ein. Außerdem gibt es eine Menge rechtlicher Fallstricke: Selfpublisher müssen sich genau wie Verlage an die Buchpreisbindung halten und wer einen Titel wählt, den es als Buchtitel schon auf dem Markt gibt, landet schnell vor Gericht.

Welchen Tipp geben Sie „Selfpublishern”?

Mein wichtigster Tipp ist, sich zu informieren und sich viel Zeit für Recherchen zu nehmen, bevor man sich auf das Abenteuer Selfpublishing einlässt. Es gibt eine Menge Anlaufstellen im Internet, es gibt Bücher und Zeitschriften zum Thema, Workshops, Veranstaltungen und auch ein Verband hat sich inzwischen gegründet. Beim zweiten und dritten Buch ist dann alles viel einfacher.

Lohnt es sich professionelle Dienstleister wie „tredition” oder „bod” in Anspruch zu nehmen?

Ja, ganz unbedingt. Heutzutage bringen Dienstleister ein Buch für relativ wenig Geld heraus, übernehmen dafür Druck und Distribution. Da sie pro verkauftem Exemplar verdienen, bezahle ich nur viel, wenn ich selber noch mehr verdiene. Und die meisten bieten inzwischen über Druck und Distribution hinaus noch viel mehr, zum Beispiel Buchsatz und Covergestaltung. Für diese Zusatzservices bezahlt man natürlich extra, spart sich aber auch die Zeit, das alles selber zu machen. Bei all dem darf man eines nicht vergessen: Wenn ich Freude daran habe, ein Buch zu schreiben, dann steigt meine Chance, dass mein Buch gut wird. Und wenn ich Freude daran habe, mein Buch selber herauszubringen und zu vermarkten, habe ich auch bessere Chancen, viele Leser zu finden und mein Buch zu verkaufen.

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