FAKTENCHECK

Überträgt Bargeld das Coronavirus?

Ein Schweizer Seuchenschützer warnt vor einer möglichen Corona-Infizierung über kontaminierte Banknoten. Stimmt das? Deutsche Virologen geben Antworten.
dpa
Der Seuchenschützer Mark Witchi warnt davor, dass Bargeld das Coronavirus übertragen könnte.
Der Seuchenschützer Mark Witchi warnt davor, dass Bargeld das Coronavirus übertragen könnte. Monika Skolimowska
Greifswald.

Den Deutschen ist ihr Bargeld bisher lieb und teuer – weniger als in anderen europäischen Ländern setzen sie auf Kartenzahlung, vor allem bei kleinen Einkäufen. Die Deutsche Bundesbank will am Dienstag zur Bargeldversorgung in Zeiten der Corona-Krise und einer möglichen Übertragung des Virus über Banknoten und Münzen informieren. Im Zuge der Pandemie sind Zweifel aufgetaucht: Ist Bargeld wirklich eine Virenschleuder?

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Behauptung: „Viren auf Banknoten können eine Gefahr darstellen, wenn man sich nach dem Anfassen nicht die Hände wäscht und ins Gesicht greift”, sagte Mark Witchi, Leiter der Sektion Impfempfehlung und Bekämpfungsmaßnahmen im Schweizer Bundesamt für Gesundheit, jüngst der „Wirtschaftswoche”. Influenzaviren könnten beispielsweise bis zu 17 Tage auf Banknoten überleben, hätten seine Untersuchungen ergeben.

Bewertung: Die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, ist nach Einschätzung deutscher Experten sehr gering.

Die Fakten: „Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen”, sagte dazu der Virologe Christian Drosten in einem NDR-Podcast. Der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité erläuterte, bei Corona- und Influenzaviren handele es sich um behüllte Viren. Diese seien gegen Eintrocknung „extrem empfindlich”.

Viren müssen eingeatmet werden

Anders sei es bei Schnupfenviren, die unbehüllt seien und weniger empfindlich gegen Eintrocknung. Diese würden eher mit den Fingern in die Nase gebracht und könnten dort für Infektionen verantwortlich sein. Bei Coronaviren erfolge eine Infektion dagegen meist über den Rachen – „und wir stecken uns den Finger nicht in den Hals”, so Drosten.

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Er verwies darauf, dass die Abläufe nicht abschließend erforscht seien. Aber „wahrscheinlich ist das so, dass diese Viren einfach schwerpunktmäßig mehr über Tröpfcheninfektion übertragen werden, weil sie eben eingeatmet werden müssen”. Deshalb trage bei der aktuellen Coronaviruserkrankung die Kontaktübertragung eine geringere Rolle, als bei anderen Erkältungskrankheiten.

Greifswalder Arzt sieht Risiko bei fast Null

Der Greifswalder Hygienefacharzt Günter Kampf sieht zwar eine gewisse Wahrscheinlichkeit, im unbelebten Umfeld von Covid-19-infizierten Personen Viren zu finden – etwa auf der Kleidung, auf Brillen und auch Geldscheinen. Aber: „Ob das Material noch infektiös ist, weiß man nicht. Ob die Menge ausreicht, um über die Hände auf die Nasenschleimhaut übertragen zu werden und eine Infektion auszulösen, weiß man nicht”, sagte er. Ebenso unwahrscheinlich sei es, dass Viren beim Streicheln des Fells von Hunden und Katzen übertragen werden. „Theoretisch ja, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert, geht gegen Null”, sagte Kampf.

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US-Forscher haben für eine neue Studie nachgewiesen, dass das neuartige Corona-Virus Sars-CoV-2 mehrere Tage bei einer Temperatur zwischen 21 und 23 ° Celsius auf Oberflächen überdauern kann. Das lebensfähige Virus sei in Luftpartikeln bis zu drei Stunden nachweisbar gewesen, auf Kupferoberflächen bis zu vier Stunden und auf Pappe etwa einen Tag, schrieben die Forscher mehrerer Institute in der Studie, die im „New England Journal of Medicine” publiziert wurde. Auf Kunststoff und Edelstahl konnten lebensfähige Coronaviren noch nach zwei bis drei Tagen nachweisbar gewesen. Geldscheine oder Münzen wurden für diese Studie allerdings nicht untersucht.

Die Empfehlung, sich oft und gründlich die Hände zu waschen, bleibt also von höchster Bedeutung, um eine Virenübertragung auf Atemwege und Schleimhäute zu vermeiden.

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Kommentare (7)

War ja klar, dass Bargeld als erstes abgschafft wird. Eine verantwortungsbewusste Regierung hätte aber schon viel früher das Mehrwegflaschensystem bei Getränken abgeschafft. Oder werden die Flaschen seit neuesten antiviral sterilisiert?

die Alufolie wird nicht abgeschafft... dann könnten Sie sich ja gar keine Hütchen mehr basteln

Alufolie, Backpapier und Müllbeutel lagern genau so in meinen Vorratsschränken, wie ffp3-Masken, Benzingenerator, Medikamente, Konservendosen und Unmengen Toilettenpapier. Würden sie nicht nur Nachrichten von ARD,ZDF und DPA konsumieren, hätten sie selbiges gelagert.
Und warten sie ml noch 2 Wochen, dann werden sie ein schmerzliches Erwachen erleben.

Und noch etwas. Ich hab auch schon vor 2 Wochen angefangen ein Homeoffice einzurichten. Ich werde demnächst auch Aktien von bestimmten Unternehmen kaufen, wo ich mir sicher bin, dass diese klar profitieren werden. So ein Aluhut scheint manchmal ganz nützlich zu sein, um sich vor zu viel staatlicher Propaganda zu schützen.
Die Tagesthemen zeigen in Italien volle Feinkostgeschäfte und verschweigen dabei ganz die kilometerlangen Schlangen. Wenn gesagt wird, Supermärkte bleiben offen, dann garantiere ich Ihnen, dass gemeint ist, einige Supermärkte bleiben offen.
Ich geh von einer langanhaltenen Zeit der Einschränkungen aus. In China sind die Menschen schon seit 3 Monaten unter Verschluss!

Dann können Sie ja "endlich" nach der Krise die Weltherrschaft an sich reissen und uns "Verwirrte" erleuchten... zumindest diejenigen, die der Klopapiermangel nicht dahingerafft hat... aber eines würde mich schon interessieren... sind Ihre Eltern Geschwister?

Na was soll ich dazu noch sagen. Ich hoffe für sie und ihre Familie, dass die Postdienstleistungen nicht eingestellt werden. Ab Morgen werden die meißten Geschäfte geschlossen. Ich möchte abschließend gern noch ein paar Videos aus Italien zeigen, die uns vom Staat nicht gezeigt werden. Ich hoffe, dass der Nordkurier diese nicht verschwinden lässt, denn das ist das was uns demnächst droht.

https://twitter.com/i/status/1239549895901507585

https://twitter.com/i/status/1238839525507506176

https://twitter.com/i/status/1238193695570231296

https://twitter.com/i/status/1237791731556519938

Und hier eine sehr gute Arte-Dokumentation über China

https://www.youtube.com/watch?v=ODLQcQ_r1r0

Auch in Deutschland wird es schon ungemütlich.

https://twitter.com/i/status/1239671511751053313

Ende Januar sagte Jens Spahn, Deutschland sei gut vorbereitet und aufgestellt. Anfang März kommt das öffentliche Leben (Kultur, Sport) und Kinderbetreuung/Bildung zum Erliegen. Mitte März schliessen Firmen (Airbus, VW), in Frankreich bereits Ausgangssperren. Niemand braucht Panik zu schieben, aber sollte Maßnahmen ergreifen. Es gibt ein Sprichwort eines verstorbenen Satiriker (Dieter Hildebrandt):"Man soll nicht auf Politiker hören, sondern auf sie achten."