STUDIE

Unter Beobachtung klauen Möwen seltener Essen

Am Ostseestrand oder im Ausland: Diebische Möwen können Urlauber ganz schön auf Trab halten. Eine Studie zeigt, wie man sie in Schach halten kann.
dpa
Die Forscherinnen hatten in Küstenstädten von Cornwall testweise Pommes auf den Boden gestellt. Carmen Jaspersen/dpa
Exeter.

Silbermöwen stehlen seltener Essen von Menschen, wenn man sie im Blick behält. Das zeigt eine Studie von Forscherinnen der britischen Universität Exeter. Die bis 65 Zentimeter langen Möwen scheinen sich Menschen gerne von hinten zu nähern, um in einem Überraschungsmoment ihr Essen zu schnappen, schreibt das Team um Madeleine Goumas im Fachblatt „Biology Letters”.

Die Forscherinnen hatten in Küstenstädten von Cornwall testweise Pommes auf den Boden gestellt. Anschließend erfassten sie, wie viele Möwen sich dem Essen näherten, wenn sie unbeobachtet waren, und wie viele Vögel sich das trauten, wenn sie angeschaut werden.

Tiere ließen sich mehr Zeit zum Anpirschen

Das Ergebnis: Sah niemand hin, kam mehr als jede dritte Möwe (36 Prozent) in die Nähe der Pommes. Unter Beobachtung wagte sich nur etwa jedes vierte Tier (26 Prozent) heran. Außerdem ließen sich die meisten Möwen mehr Zeit auf dem Weg zu dem Essen, wenn sie beobachtet wurden.

Allerdings: Fast zwei Drittel der Tiere näherten sich den Pommes innerhalb von fünf Minuten überhaupt nicht, wie das Team schreibt. „Es sieht so aus, als könnten ein paar freche Möwen den Ruf aller ruinieren”, sagt Ko-Autorin Neeltje Boogert.

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