FRAGEN ZU CORONA

Verkürzt sich der Jahresurlaub bei Kurzarbeit Null?

Neustart-Prämie, Kurzarbeit, Einreisen aus Risikogebieten: Leser haben dem Nordkurier wieder viele Fragen zu den Regelungen rund um Corona gestellt. Hier sind die Antworten.
Wer aus dem Urlaub in einem Risikogebiet zurück nach Deutschland kehrt, muss sich auf eine mögliche Coronainfektion
Wer aus dem Urlaub in einem Risikogebiet zurück nach Deutschland kehrt, muss sich auf eine mögliche Coronainfektion testen lassen. Sebastian Gollnow
Schwerin.

Ich habe eine Frage zur sogenannten Neustart-Prämie. Ich war vom 23. März bis zum 18. Mai in Kurzarbeit. Das waren genau acht Wochen. Steht mir da die Prämie für den zweiten Monat in Höhe von 200 Euro zu, auch wenn ich nicht bis zum 23. Mai in Kurzarbeit tätig war?

Es müssten insgesamt zwei Monate an Kurzarbeit vorliegen, sagt der Elmenhorster advocado-Anwalt Christian Joachim. Dass der komplette Monat von der Kurzarbeit betroffen sein müsse, sei vom Gesetzgeber zwar nicht generell in den Voraussetzungen dargestellt.

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Allerdings gelte, dass mindestens 50 Prozent Kurzarbeit über den Gesamtzeitraum der zwei Monate vorgelegen haben. Insofern man dies auf die beiden Monate ausführen könne, seien die Voraussetzungen erfüllt. Wichtig sei, dass der sozialversicherungspflichtige Beschäftigte auch nach der Beendigung der Kurzarbeit mindestens einen weiteren Monat im Unternehmen beschäftigt sei und es sich bei der Sonderzahlung um eine zusätzliche Leistung des Arbeitgebers handeln müsse.

Ich bin auf Kurzarbeit Null gestellt worden. Verkürzt sich jetzt auch mein Jahresurlaub?

Grundsätzlich hat ein Arbeitnehmer auch dann Urlaubsansprüche, wenn seine Arbeitsverpflichtung aufgrund von Kurzarbeit verringert wurde. Wenn aber die Kurzarbeit dazu führt, dass an manchen Tagen der Woche nicht gearbeitet wird, verringert sich die Zahl der Urlaubstage. Wer also zum Beispiel drei Monate lang in Kurzarbeit Null steht, für den verringert sich der jährliche Urlaubsanspruch um ein Viertel. Während einer Kurzarbeit Null kann übrigens kein Urlaub genommen werden.

Der Arbeitnehmer allein habe das entsprechende Antragsrecht. Er sei also verpflichtet, einen entsprechenden Antrag auf Sonderzahlung zu stellen, und zwar bei der Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung (GSA). Genaue Auskünfte dazu gebe es unter deren Website bei https://www.gsa-schwerin.de/leistungen/zuwendungen-zur-vermeidung-von-liquiditaetsengpaessen-aufgrund-der-corona-pandemie/antrag.html.

Müssen Einreisende aus Risikogebieten einen oder zwei Tests machen lassen?

Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise. Das Ergebnis muss binnen 72 Stunden gegenüber dem zuständigen Gesundheitsamt nachgewiesen werden. Die Testbescheinigung muss entweder in deutscher oder in englischer Sprache verfasst sein.

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Da ein negatives Testergebnis immer nur eine Momentaufnahme darstellt, ist fünf bis sieben Tage nach dem Test eine Wiederholungstestung sinnvoll. Diese kann im Einzelfall vom öffentlichen Gesundheitsdienst angeordnet werden. Die Kosten sowohl für den ersten als auch für den zweiten Test werden vom Bund übernommen.

Schicken Sie Ihre Frage an: [email protected] Betreff: „Frage zu Corona“

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