RADFAHREN MIT PROMILLE

Versicherungen können bei Unfall Zahlungen verweigern

Grillen und Feiern. Wer dabei Alkohol trinkt, sollte das Auto stehen lassen. Und das Fahrrad besser auch. Denn auch betrunken Fahrrad fahren kann teuer werdenl
Marina Spreemann Marina Spreemann
Den Schoppen immer dabei – keine gute Idee für Radfahrer.
Den Schoppen immer dabei – keine gute Idee für Radfahrer. Frank Rumpenhorst
Neubrandenburg.

Lange Sommerabende bieten sich für Feiern draußen an. Freiluft-Veranstaltungen, Grillabende und Biergärten locken. Dabei wird auch oft ein Glas Alkohol getrunken und gern auch eins mehr. Doch der Promillerausch stößt bei Unfällen mit teuren Folgen an harte Grenzen: Bei Autounfällen kann die eigene Kfz-Versicherung je nach Höhe der Blutalkoholkonzentration ihre Leistung ganz verweigern, anteilig reduzieren und den alkoholisierten Unfallverursacher mit bis zu 5000 Euro in Regress nehmen.

Auch Radfahrer werden belangt

Auch wer vorsichtshalber mit dem Fahrrad unterwegs ist, um mehr Alkohol zu trinken, trifft keine gute Entscheidung, berichtet Joachim Koch, Sprecher des Bezirks Torgelow im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Denn wer unter Alkoholeinfluss am Fahrradlenker einen Unfall verursacht, bei dem ist zwar die Privathaftpflichtversicherung für den Fremdschaden zuständig. Aber ab 0,3 Promille und deutlichen Anzeichen von Fahrunsicherheit kann auch der Drahteselfahrer belangt werden und Kfz-Fahrverbote sowie hohe Geldbußen kassieren. Weist er sogar mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut auf, drohen der Entzug des Führerscheins sowie drei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg.

Schwieriger Nachweis

Auch die privat abgeschlossene Unfallversicherung kann bei einem Unfall wegen Bewusstseinstörungen durch Alkohol und andere Drogen die Zahlungen verweigern. „Und der Versicherungskunde muss beweisen, dass der Unfall auch ohne Drogen eingetreten wäre, damit er seine vereinbarten privaten Versicherungsleistungen erhält“, betont Koch. Daher der Rat: „Mit wenig oder ohne Alkohol lässt sich entspannter und folgenärmer feiern.“

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