STRAßENVERKEHR

Viel Unwissen beim Thema Rettungsgasse

Immer wieder gibt es Probleme, wenn Polizei und Feuerwehr durch einen Stau zu einem Unfall kommen wollen. Das hat nicht nur einen Grund.
dpa
Wo soll hier noch ein Rettungswagen durchkommen? Stau auf der A2 in Niedersachsen.
Wo soll hier noch ein Rettungswagen durchkommen? Stau auf der A2 in Niedersachsen. Julian Stratenschulte
Vorbildlich: Rettungsgasse auf der A 20 bei einem Unfall am 10. Januar bei Jarmen.
Vorbildlich: Rettungsgasse auf der A 20 bei einem Unfall am 10. Januar bei Jarmen. Stefan Hoeft
Schaulustige können den Rettungskräften das Leben auch schwer machen.
Schaulustige können den Rettungskräften das Leben auch schwer machen. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Viele Autofahrer in Deutschland wissen nicht, wann und wie sie eine Rettungsgasse auf der Fahnbahn bilden müssen. 40 Prozent glauben fälschlicherweise, dass sie die Gasse erst öffnen müssen, wenn schon Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungdiensten von hinten anrücken, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ergeben hat. Richtig ist dagegen, dass die Gasse bereits gebildet werden muss, wenn der Verkehr nur noch mit Schrittgeschwindigkeit rollt oder still steht.

Etwas besser sind die Kenntnisse dazu, wie die Rettungsgasse gebildet wird: Drei Viertel (75 Prozent) wissen, dass sie dazu auf Autobahnen und Landstraßen mit mindestens zwei Fahrspuren pro Richtung auf der linken Spur nach links und auf allen weiteren Spuren nach rechts ausweichen müssen. Machen Autofahrer nicht vorschriftsmäßig Platz, drohen Bußgelder ab 200 Euro und sofort zwei Punkte in Flensburg.

Das Marktforschungsinstitut Ipsos befragte im November 2018 im Auftrag des DVR insgesamt 1910 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren. Immer wieder haben die Rettungskräfte auch im Nordosten Probleme, weil keine Rettungsgassen gebildet werden. Hinzu kommen die Gaffer, die Polizisten und Sanitäter oft auch noch beschimpfen. Seit 2017 müssen auch diese Schauslustigen mit schärferen Strafen rechnen. Je nach Schwere der Behinderung können Gaffern Geldstrafen oder eine Haftsstrafe bis zu einem Jahr drohen.

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