KEINE VERBINDUNG

Wann steht mir Schadenersatz bei Ausfall von Internet und Telefon zu?

Kein Internet. Kein Telefon. Viele reagieren in so einem Fall falsch. Wir verraten Ihnen, was Sie beachten müssen und wann Sie Ihr Geld zurückbekommen.
Solange das Internet funktioniert, ist alles eitel Sonnenschein, aber wehe die Verbindung fällt aus (Symbolbild).
Solange das Internet funktioniert, ist alles eitel Sonnenschein, aber wehe die Verbindung fällt aus (Symbolbild). © undrey - Fotolia.com
Neubrandenburg.

Wenn das Internet oder die Telefonverbindung ausfällt, ist das für Kunden immer sehr ärgerlich. So geschehen am Dienstag in Neubrandenburg. Die Neubrandenburger Stadtwerke neu.sw bekamen den großflächigen Internet-Ausfall nach etwa einer halben Stunden wieder allmählich in den Griff.

Schon Anfang September zeigten sich Kunden von neu.sw mehrfach über solche Netzausfälle verärgert. Aber wie reagiert man dann richtig? „Das Schlimmste, was Sie machen können ist, die Zahlung direkt zurückzubuchen oder den Vertrag zu kündigen”, sagt Aileen Rohde von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Der Rechnung widersprechen

Wenn es ab und zu zu einer Störung kommt, müsse man das als Kunde hinnehmen, das sehen auch die Gerichte so. Entscheidend sei jedoch, wie oft die Verbindung ausfällt. Ein oder zwei Tage im Monat seien absolut vertretbar. Wohlgemerkt komplette Tage, nicht nur wenige Stunde. Wenn sich die Ausfälle jedoch häufen, zum Beispiel eine Woche gar nichts geht und das erträgliche Maß überschritten ist, sollte man handeln.

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Rohde empfiehlt in solchen Fällen ein Einschreiben mit Rückantwort an den Anbieter zu senden, darin der Rechnung zu widersprechen und um eine Gutschrift zu bitten. Diese könnte dann von der nächsten Telefon- und/oder Internetrechnung abgezogen werden. Sie rät davon ab, solche Dinge in der Telefonhotline zu klären, dies habe selten Erfolg.

Kein Argument, um Vertrag zu kündigen

„Viele Verbraucher reagieren sehr impulsiv und stellen einfach die Zahlung ein oder buchen den Rechnungsbetrag zurück”, sagt Rhode. Dies treibe die Anbieter jedoch sofort auf die Barrikaden, da sie die teure Rücklastschrift bezahlen müssten. Daraus könne dann ein langwieriges und kostspieliges Prozedere für alle Beteiligten resultieren.

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Auch wer glaubt, durch solche Ausfälle ein pfiffiges Argument zu haben, um frühzeitig aus seinem Vertrag zu kommen und so vielleicht wieder ein paar Gratis-Monate bei der Konkurrenz einzuheimsen, ist auf dem Holzweg. Im schlimmsten Fall kappt der Anbieter die Verbindung einfach komplett.

Ein Ausfall führe nicht automatisch zu Schadenersatzansprüchen, hatten auch die Neubrandenburger Stadtwerke Anfang September mitgeteilt: „Privatkunden zum Beispiel wird laut fitflat-Vertrag die Verfügbarkeit ihres Internetanschlusses zu 97,5 Prozent im Jahr garantiert”.

Ähnlich sei es auch bei anderen Anbietern üblich, bestätigt Aileen Rohde. Eine Störung durch den derzeitigen Netzausbau oder einfach menschliche bzw. technische Fehler sei eben nie ganz auszuschließen. „Vor Gericht hat man da praktisch keine Chance”, so Rhode. Bevor man also komplett auf die Barrikaden geht, sollte man sich lieber fachkundigen Rat einholen.

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