BENZINPREISE

Warum wird der Sprit beim Tanken plötzlich teurer?

Ein Phänomen, das viele Autofahrer schon erlebt haben: Nach dem Ende des Tankvorgangs springt die Preisanzeige weiter. Ist das zulässig?
Wenn der Zapfhahn zu sehr nachtropft, steigt die Rechnung für Autofahrer merklich an.
Wenn der Zapfhahn zu sehr nachtropft, steigt die Rechnung für Autofahrer merklich an. Karl-Josef Hildenbrand
Neubrandenburg.

Wilhelm Ruge schwört an der Tankstelle auf seinen geregelten Ablauf. Der Nordkurier-Leser aus einem Ort in der Nähe des Kummerower Sees zapft immer für glatte 27 Euro Benzin. „Heute war es wieder mal so weit“, schreibt er. Als er die Zapfpistole aus dem Tankstutzen seines Autos gezogen habe und diese in die Zapfsäule eingehängt habe, sei es wieder passiert. „Es machte klick und plötzlich standen 27,02 Euro auf der Anzeige“, berichtet Ruge. Seine Beschwerde an der Kasse habe keinen Erfolg gehabt.

„Beim Einhängen kommt ja wohl kaum noch Benzin in den Tank“, begründet er seine Zweifel an der Praxis. Ruge hat sich nach eigenen Angaben schon öfter mit diesem Phänomen konfrontiert gesehen und nie Gehör gefunden. Das alles rieche doch nach Betrug, wenn auf diesem Wege viele Kunden draufzahlen müssten. Denn wer nicht auf glatte Beträge tanke, bekomme doch gar nicht mit, wenn der Preis nach dem eigentlichen Tanken noch mal um wenige Cent steige.

Fieser Trick zur Umsatzsteigerung oder ein technischer Zufall? Herbert Weit vom Eichamt Nord kann Licht in die „Geheimnisse“ der Zapfsäule bringen. Beim Tanken liefere das Messgerät in der Zapfsäule regelmäßig Impulse an die Anzeigen. „Wird die Abgabe eingestellt, der Ventilgriff wird losgelassen und die Zapfpistole wieder in die Halterung gesteckt, ändern sich die hydraulischen Verhältnisse am System“, erklärt Vorstand Weit. Dann ende auch die Impulsweitergabe. Allerdings könne es passieren, dass der Stopp erfolgt, wenn gerade noch ein Impuls abgesendet wird. Auch könne innerhalb des Systems durch minimale Kraftstoffflüsse noch ein Impuls ausgelöst werden, so dass die Preisanzeige um zwei Cent weiter springe.

Die erlaubte Fehlergrenze für Kraftstoffzapfsäulen liege bei 0,5 Prozent, sagt der Eichexperte. Damit liegt die tolerierte Fehlergrenze bei einem Tankbetrag von 27 Euro bei 13,5 Cent. Somit sei die Abweichung von zwei Cent, die auch nicht immer auftrete, extrem gering. „Hier liegt kein Verstoß gegen eichrechtliche Belange vor”, stellt Weit fest.

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Kommentare (3)

weil der Kraftstoff während des Tankes eben nicht teuerer wurde. Doch das interessiert mich jetzt. Ist es möglich, dass ich die Zapfpistole in die Hand nehme, während der Liter 1,- EUR kostet, die Tankstelle in der Zeit des Tankvorgangs den Preis auf 1,10 EUR erhöht und meine Zapfsäule den Preisanstieg sozusagen in Echtzeit aktualisiert? Oder würde die Säule meinen Tankvorgang zunächst zum alten PReis zuende bringen und erst nach mir den Literpreis von 1,10 anzeigen? Rechtlich dürfte das ein verbindliches Angebot sein, also dürfte sich der Preis während des Tankens nicht erhöhen. Habe ich die Pistole in der Hand, müsste der alte Preis gelten. Doch wie ist es wirklich? Nordkurier, ihr habt die Frage aufgeworfen. Ob ihr sie auch beantworten werdet?

Wenn ich an der Zapfsäule wie auf der großen Anzeigetafel 1,00 Euro angezeigt bekomme und den Zapfrüssel aus der Halterung ziehe, kaufe ich für 1,00 Euro (verbindliches Angebot). Man stelle sich vor, jeder Supermarkt käme auf ähnliche Ideen wie erlaubte Fehlergrenze, wenn der Kunde an der Kasse bezahlen möchte. Bei Letzterem kann man die Ware wieder zurückgeben (und meidet diesen Laden), an der Tankstelle gibt's bei Betankung kein Rückgaberecht.

Vielleicht erstmal ein Bierchen gönnen an der Tanke und dann zapfen.
Dann ist die Hand ruhiger.
Beim Preis zb.von 1,43€/l sind zwei Cent nur ca. 14ml.
Ich denke der Mann beschwert sich auch nicht, wenn die vom "Vortanker" gratis in seinen Tank laufen.