Auf der Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammographie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen.
Auf der Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammographie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen. Jan-Peter Kasper
Manuela Schwesig gab am Dienstag bekannt, dass sie aufgrund eioner Brustkrebserkrankung ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin
Manuela Schwesig gab am Dienstag bekannt, dass sie aufgrund eioner Brustkrebserkrankung ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin niederlegen werde. Bernd Von Jutrczenka
Ratgeber Krebs

Was bedeutet eine Brustkrebs-Diagnose für Betroffene?

Brustkrebs ist heute die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Mittlerweile stehen die Heilungschancen bei dieser Krebsart gut. Betroffene müssen allerdings einiges beachten.
Neubrandenburg

Die Nachricht kam wie ein Schock: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs. Nach Gesprächen mit ihren Ärzten habe sie die Entscheidung getroffen, ihre Ämter auf Landesebene zu behalten und lediglich ihr Amt als kommissarische SPD-Bundesvorsitzende abzugeben. Ist das gesund? Und was bedeutet eine Brustkrebs-Diagnose für Betroffene allgemein eigentlich?

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Der Krebsinformationsdienst des Deutsches Krebsforschungszentrums (DKFZ) gibt Betroffenen und Angehörigen dazu einige Informationen an die Hand. Zunächst einmal ist Brustkrebs in den Ländern der industrialisierten Welt die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jedes Jahr erhalten alleine in Deutschland etwa 69.000 Patientinnen die Erstdiagnose Brustkrebs. Das Durchschnittsalter, in dem Frauen an Brustkrebs erkranken, liegt unter dem für Krebs allgemein. Knapp ein Drittel aller betroffenen Frauen sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 55 Jahre alt.

Nach der Diagnose kommt die Behandlung, die sich von Einzelfall zu Einzelfall unterscheidet. Grob gibt es fünf Möglichkeiten der Behandlung, die manchmal kombiniert werden, nämlich Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Hormontherapie und das zielgerichtete Einsetzen von Medikamenten gegen das Wachstum in Krebszellen. Nicht jede Operation muss zum Verlust der Brust führen, mittlerweile gibt es brusterhaltende Verfahren, zum Beispiel, indem der Tumor vor der Operation medikamentös verkleinert wird. In diesem Fall sind Maßnahmen zur Senkung des Rückfallrisikos besonders wichtig.

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Wie weiter nach dem Krebs?

Ist die akute Behandlung geschafft, fällt es vielen Betroffene nicht leicht, wieder in den Alltag zurückzufinden. „Brustkrebspatientinnen müssen mit körperlichen Veränderungen zurechtkommen, die Operation, Strahlen- und Hormontherapie mit sich bringen”, berichtet das DKFZ. Die meisten betroffenen Frauen würden für längere Zeit aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Um wieder in den Alltag zurückzufinden, würden viele Krebspatienten die Möglichkeit einer medizinischen Rehabilitation (Reha-Maßnahme) in Anspruch nehmen. Dadurch steigere der Betroffene die Wahrscheinlichkeit, wieder eine gute Lebensqualität zu erreichen.

Besonders wichtig ist laut DKFZ, dass jede Frau für sich selbst den richtigen Weg finde. Selbstverständlich gebe es Allgemeinplätze: Gesund ernähren, wenig Alkohol trinken, das Rauchen aufgeben, Sport treiben, all dies verringere natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Rückfall komme. Und doch solle sich jede Frau die Freiheit nehmen, sich gemeinsam mit den behandelnden Ärzten die Frage zu stellen, wie sie nach der Behandlung ihr Leben weiterführen möchte: Will sie alles radikal umstellen, will sie zurück in ein stressiges Umfeld, will sie wieder sich wieder voll belasten? Das muss jede Betroffene für sich selbst entscheiden.

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ist unter der Telefonnummer 0800 420 3040 oder unter der Emailadresse [email protected] erreichbar.

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