Vorsicht, Abzocke! Wenn Interpol, Europol oder BKA anrufen: Sofort auflegen!
Vorsicht, Abzocke! Wenn Interpol, Europol oder BKA anrufen: Sofort auflegen! HighwayStarz
Im vergangenen Jahr wurden mit verschiedenen Betrugsmaschen allein in Mecklenburg-Vorpommern drei Millionen Euro ergaunert.
Im vergangenen Jahr wurden mit verschiedenen Betrugsmaschen allein in Mecklenburg-Vorpommern drei Millionen Euro ergaunert. HighwayStarz
Betrugsmasche

Was Sie tun sollten, wenn Europol, Interpol oder das BKA anrufen

Eine neue Betrugsmasche geht um: Anruf von einer Handynummer, am anderen Ende der Leitung angeblich die Polizei. Aber keine Panik! So sollten sie dann am besten reagieren.
Neubrandenburg

Der wichtigste Ratschlag schon mal gleich vorab: Schicken Sie diesen Artikel an Freunde, Verwandte, Bekannte!

Eine ganz normale Handynummer scheint es zu sein, von der aus da gerade angerufen wird. Doch die deutsche Mobilfunknummer ist nur vorgegaukelt, der Anruf kommt von ganz woanders her. Zunächst erfolgt dann meist eine Ansage durch eine Computerstimme:

„This call is from Europol. We would like to inform you, that your German identity card number has been misused. For more information please press one!”

Persönliche Daten erfragt

Wer ist da? „Interpol”, „Europol”, „das Bundeskriminalamt” – doch das ist alles eine Lüge. Angeblich sollen Steuer-ID oder ID-Card des Angerufenen verwendet worden sei. Auch das: falsch! Man solle die Taste „1“ drücken, woraufhin zu einem angeblichen Sachbearbeiter weitergeleitet wird. Dieser führt das Gespräch auf englischer Sprache weiter.

Lesen Sie auch: Whatsapp-Betrug in MV – jetzt schon mehr Schaden als 2021

Im Gespräch werden dann persönliche Daten, zum Beispiel vom Personalausweis oder Reisepass erfragt. Doch nicht für polizeiliche Zwecke, sondern um damit weitere Straftaten zu begehen. In manchen Fällen sei angeblich auch das Bankkonto betroffen oder ein großes Ermittlungsverfahren. Würde man eine Auskunft verweigern, so der Telefon-Betrüger, wurde auch schon mit mehreren Jahren Haft gedroht oder dazu aufgefordert, Geld auf ein ausländisches Konto zu überweisen, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen.

Polizei rät: Legen Sie auf!

Die Polizei und das Bundeskriminalarmt warnt derzeit ausdrücklich vor solchen Fake-Anrufen. Folgende Punkte sollten Sie unbedingt beachten:

  • Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über Ihre finanziellen oder sonstige Lebensverhältnisse!
  • Im Zweifelsfall verständigen Sie die nächstgelegene Polizeidienststelle oder wählen Sie die 110!
  • Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen!
  • Drücken Sie – auch auf Aufforderung einer Bandansage – nicht eine Taste Ihres Telefons!
  • Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte!
  • Legen Sie auf!
  • Rufen Sie unbekannte Rufnummern nicht zurück!
  • Sollten Sie doch einen finanziellen Schaden erlitten haben, erstatten Sie umgehend Anzeige!
  • Schicken Sie diesen Artikel an Freunde, Verwandte, Bekannte – gerade ältere Menschen werden oft Opfer derartiger Betrugsmaschen.

Keine Behörde, also weder Europol, noch Interpol, noch das Bundeskriminalamt, hat eine Befugnis, auf diese Art Bußgelder zu verhängen oder mit sonstigen strafrechtlichen Konsequenzen vorzugehen. Keine Behörde wird am Telefon um Überweisungen bitten. Auch entsprechende E-Mails („Vorladung zum Gericht …" sind derzeit im Umlauf, bitte nicht antworten, keine Anhänge anklicken und die Mail am besten gleich löschen!

Mehr zum Thema: Falscher Polizist erbeutet 27.500 Euro

Auch jüngere Menschen fallen übrigens auf solche Telefon-Betrüger herein. Erst im März verlor eine 27-Jährige aus Greifswald, die mit einem falschen Interpol-Beamten telefoniert hatte, über eine App zum Handel von Kryptowährung insgesamt eine Summe von 27.500 Euro. Im Jahr 2021 haben Trickbetrüger in Mecklenburg-Vorpommern mit unterschiedlichen Maschen rund drei Millionen Euro erbeutet – so viel wie noch nie vorher.

Außerdem interessant: Frau wird stutzig, als der Betrüger "Mama" sagt

 

zur Homepage