STREIT MIT DEN NACHBARN

Wenn Nachbars Hund dauernd kläfft

Wenn nebenan der Hund ständig bellt, ist das ganz schön nervig. Kann ich meinen Nachbarn verklagen? Muss er das Tier dann abschaffen?
Marina Spreemann Marina Spreemann
Friedliches Tierchen oder nerviger Bello? Für Nachbarn eine wichtige Frage.
Friedliches Tierchen oder nerviger Bello? Für Nachbarn eine wichtige Frage. Markus Scholz
Neubrandenburg.

Experten vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) erläutern, was genervte Nachbarn unternehmen können.

Nebenan ist jetzt eine neue Familie eingezogen. Sie hat einen Hund mitgebracht, der sehr häufig und lange bellt, sogar nachts. Können wir uns dagegen wehren?

Gelegentliches Hundegebell bei artgerechter Haltung ist hinzunehmen. Lang anhaltendes und allzu häufiges Bellen müssen Sie jedoch nicht dulden, weil es eine wesentliche Beeinträchtigung darstellt. Konkret kann das im Einzelfall jedes Gericht unterschiedlich beurteilen. So hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht im vergangenen Jahr erklärt, ein Hund dürfe insgesamt am Tag maximal 60 Minuten bellen und nachts möglichst gar nicht. In einem anderen Urteil des Oberlandesgerichts Köln heißt es, dass ein Nachbarhund nur außerhalb der Zeitspanne von 13 bis 15 Uhr sowie von 22 bis 6 Uhr bellen darf, und zwar nicht länger als zehn Minuten ununterbrochen und insgesamt 30 Minuten am Tag. Andere Richter halten von der Vorgabe solcher Zeiten nichts und haben erklärt, maßgeblich sei, ob das Hundegebell im konkreten Fall eine wesentliche Beeinträchtigung darstellt. Auf alle Fälle ist es sinnvoll, wenn Sie über einen längeren Zeitraum ein Lärmprotokoll erstellen und die Bellzeiten dokumentieren.

Kann ich meinen Nachbarn verklagen, wenn seine zwei Hunde ständig bellen? Und muss der Nachbar seine Hunde abschaffen, wenn ich vor Gericht erfolgreich bin?

Zum ersten Teil der Frage: Wie bei anderen Nachbarschaftsstreitigkeiten auch ist landesgesetzlich vorgeschrieben, dass Sie sich mit Ihrem Problem zuerst an die Schiedsstelle der Gemeinde wenden. Erst wenn dort ein Schlichtungsversuch scheitert, können Sie vor Gericht klagen. Zum zweiten Teil der Frage: Selbst wenn das Gericht der Meinung ist, dass die Hunde zu stark bellen, heißt das nicht zwingend, dass die Tiere abgeschafft werden müssen. Der Hundehalter muss in der Regel dann lediglich Sorge dafür tragen, dass Sie als Nachbar entsprechend den gerichtlichen Vorgaben durch das Hundegebell nicht mehr wesentlich beeinträchtigt wird. Wie Ihr Nachbar das macht, ist ihm zunächst selbst überlassen. Zum Beispiel können die Hunde nachts mit in das Haus genommen werden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wie oft darf ich grillen?

Richtig mit Hund und Katze sprechen

StadtLandKlassik - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage