KOMMENTAR

Impfgegner bringen Leben in Gefahr

Noch sind sich die Länder nicht einig, ob sie für oder gegen eine Masern-Impfpflicht sind. Die Haltung der Impfgegner ist arrogant und gefährdet Menschenleben, findet unsere Kommentatorin.
Caroline Wenndorff Caroline Wenndorff
Derzeit wird eine Impfpflicht für Masern für Kitas und Schulen diskutiert (Symbolbild).
Derzeit wird eine Impfpflicht für Masern für Kitas und Schulen diskutiert (Symbolbild). Marius Becker
Neubrandenburg.

Während sich Eltern auf Madagaskar oder den Philippinen keine Impfung für ihre Kinder leisten können, diskutieren Eltern hierzulande über die Gefahr von staatlicher Bevormundung und fürchten um ihre Selbstbestimmung.

Das ist nicht nur arrogant, sondern gefährdet Menschenleben. Zumal es meist die Schutzbedürftigen unter uns trifft – wie Säuglinge oder chronisch Erkrankte. Dabei liegen die Fakten auf der Hand: Allein in Europa sind im vergangenen Jahr laut WHO 82.000 Menschen an Masern erkrankt, weltweit waren es über zwei Millionen.

Das Absurde: Masern könnten längst ausgerottet sein. Im digitalen Zeitalter jedoch, in dem sich jeder seine Wahrheit auf irgendeiner Plattform raussuchen kann, zählen Fakten nur bedingt.

Die einzig logische Konsequenz: Der Staat muss eingreifen. Denn bereits wenige Skeptiker sorgen dafür, dass die Herdenimmunität nicht mehr wirkt und sich die Seuche weiter ausbreiten kann. Also lieber Herr Spahn, hören Sie auf zu „beraten“, fangen Sie an zu handeln.

 

 

 

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Impfpflicht Hintergrund:

Die Pläne für eine Masern-Impfpflicht in Deutschland werden konkreter. Nach dem Vorstoß des Brandenburger Landtags hat sich auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) für eine Impfpflicht gegen Masern für Kinder in Kitas ausgesprochen. Giffey sagte: „Dies ist keine leichtfertige Entscheidung, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung.“

Es gehe darum, Kinder vor einer lebensgefährlichen Krankheit zu schützen. Der zuständige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen ausgesprochen und bereits Gespräche in der Großen Koalition über einen solchen Schritt geführt. Anfang Mai wird dazu ein Vorschlag von ihm erwartet.

Masern sind hochansteckend

Spahn hat sich Auch die SPD plädiert dafür. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder ist jedoch skeptisch. Unter den Ländern gibt es derzeit auch keine einheitliche Position. Einige wollen den Vorschlag des Bundes abwarten. Dies würde jedenfalls eine bundeseinheitliche Lösung erleichtern.

Masern sind hochansteckend und können in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen. Rechtlich dürfte ein Zwang zur Masern-Impfung dennoch nicht leicht durchzusetzen sein. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hatte schon vor zwei Jahren auf verfassungsrechtliche Probleme hingewiesen.

Die Experten schlossen aber die Möglichkeit, eine Impfpflicht für bestimmte Krankheiten durchzusetzen, nicht generell aus.

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Kommentare (2)

Es ist mehr als eine Anmaßung der s.g. Sonnenblumenkinder sich gegen eine Richtlinie zur Volksgesundheit zu stellen. Mögen alle Gegner dann bitte auch Schaden davontragen....Wallorfkinder haben wir schon genug, die sich alles erlauben in der Gesellschaft und keinerlei Achtung vor den Gesetzen und der Arbeit annderer haben.

zur Impfung der Kinder ist überfällig - ebenso zu Sauberkeit Ordnung und Hygiene - - Nachsorgeimpfungen ebenso auch bei all unseren Neuzugängen - es ist eine Greul erleben zu müssen was alles wieder eingeschleppt wird - es gibt aber auch schlaue Länder welche Bürger mit AIDS Hepatitis und TBC abweisen und zurücksenden