Wenn Blitz und Donner wüten

Wer zahlt bei Gewitterschäden?

Beschädigte Dächer, verbeulte Autos, umgerissene Bäume: Sturm und Gewitter können enorme Schäden anrichten und für viele zum Versicherungsalbtraum werden. Besonders häufig geschieht das im Sommer, denn genau dann haben Blitz und Donner Hochsaison. Doch der Wettergott genießt Straffreiheit. Wer kommt also für die Schäden auf?
Matthias Habel Matthias Habel
Eindrucksvoll: Gewitter können enorme Schäden anrichten.
Eindrucksvoll: Gewitter können enorme Schäden anrichten. Wetteronline
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Neubrandenburg.

Auf große Hitze folgt meist ein Gewitter. Wenn Blitze sich durch dunkle Wolken jagen, sieht das durchaus imposant aus. Aber diese Naturgewalt ist brandgefährlich. Und ist dann wirklich etwas passiert, stellt sich die Frage, wer zahlt bei Gewitterschäden? Wohl dem, der gut vorbereitet und vor allem versichert ist, wenn Blitz und Donner wüten. Gut zu wissen: Bei Unwetterschäden gibt es keine universellen Regelungen. Für verschiedene Schadensfälle greifen unterschiedliche Versicherungen.

Kleiner Knigge für den Schadensfall

Die Hausratversicherung erstattet beispielsweise Beschädigungen am Inventar, die durch Gewitter, Sturm, Hagel oder Wasser verursacht werden. Dazu gehören etwa Möbel, Elektrogeräte und Kleidung im Haus, im Keller oder auf dem Balkon. Hat der Mieter allerdings durch ein offen gelassenes Fenster den Schaden begünstigt, haftet er selbst für die Reparatur. Beschädigungen am Haus durch umgestürzte Bäume übernimmt ebenfalls die Hausratversicherung, allerdings nicht ohne Bedingung – Mieter und Hauseigentümer sind verpflichtet, die Beschaffenheit der eigenen Bäume regelmäßig auf Krankheiten und Pilzbefall zu prüfen. Tun Sie dies nicht, haften sie im Falle eines Schadens selbst.

Unwetterbedingte Schäden am Haus oder Dach werden in der Regel von der Gebäudeversicherung des Hauseigentümers übernommen. Die Ausnahme bildet hier eine durch Blitzschlag verursachte Brandschädigung: In diesem Fall greift erneut die Hausratversicherung.

Sturmschäden am Fahrzeug übernimmt die Teilkaskoversicherung, allerdings erst ab einer Windstärke von acht Beaufort. Dies entspricht einer Windgeschwindigkeit von 63 Kilometern pro Stunde. Wer kein Risiko eingehen will, versichert sich über die Vollkasko. Diese übernimmt auch Schäden von weniger starken Böen und haftet zudem im Falle eines sturmbedingten Unfalls. Werden Personen oder Gegenstände bei einem Sturm durch ihr eigenes Inventar verletzt, greift wiederum die Haftpflichtversicherung.

Im Sommer ist Gewittersaison

Dass Unwetter ausgerechnet in der warmen Jahreszeit vermehrt auftreten ist kein Zufall. Zwischen Mai und August gewittert es besonders oft – am häufigsten im Juli.  Gewitter entstehen nämlich vor allem dann, wenn die Luft am Boden warm und feucht ist. Diese steigt nach oben, kondensiert und bildet am Himmel die Gewitterwolken. Sind die Wolken hochgewachsen, herrschen in ihr sehr starke Winde und unterschiedliche elektrische Ladungen, die sich durch Blitze wieder ausgleichen. Der Knall des Donners ist übrigens eine Folge des Blitzes. Denn während es blitzt, entsteht in Sekundenbruchteilen eine große Hitze von bis zu 30 000 Grad Celsius. Die erhitze Luft dehnt sich explosionsartig aus – es knallt. Wenn Sie wissen wollen, ob in Ihrer Heimatregion gewitter zu erwarten sind, einfach unter  Wetteronline nachschauen. 

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