Die Menschen in Deutschland sollen wegen steigender Preise im laufenden Jahr einmalig mit einer Energiepreispauschale von 300
Die Menschen in Deutschland sollen wegen steigender Preise im laufenden Jahr einmalig mit einer Energiepreispauschale von 300 Euro über die Einkommensteuer entlastet werden. Hauke-Christian Dittrich
Hohe Preise

Wie bekomme ich jetzt die 300 Euro Energiepauschale?

Das Entlastungspaket der Bundesregierung verspricht Verbrauchern schnelle Hilfen bei gestiegenen Energie-Preisen. Bis das Geld ankommt, kann es aber noch dauern.
Neubrandenburg

Die Bundesregierung hatte Ende März versprochen, das Entlastungspaket für die Bürger so schnell wie möglich umsetzen zu wollen – konkrete Termine kann Sie aber noch nicht nennen. Bislang hieß es lediglich von einem Regierungssprecher: „Das soll so zügig wie möglich bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen.“ SPD, Grüne und FDP streben offenbar an, dass die Entlastungen spätestens vor der Sommerpause des Bundestags beschlossen sind. Dann könnten schon erste Nachzahlungen bei den Heizkosten anstehen.

Ein Großteil der Maßnahmen verlangt eine Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel oder die Energiepreispauschale werden Gesetzesänderungen nötig sein. Sie müssen also Kabinett, Bundestag und teils auch den Bundesrat passieren. Das kann mehrere Monate dauern.

Der Überblick: Das steckt für die Bürger im Entlastungspaket

Und wie bekomme ich jetzt meine 300 Euro Energiepreispauschale?

Wenn sie kommt, dann erhält jeder Bürger, der einkommenssteuerpflichtig ist, die einmalige Energiepreis-Pauschale von 300 Euro automatisch. Es ist also nicht nötig, Anträge oder Formulare auszufüllen. Das Geld soll als Zuschuss zu dem Gehalt ausgezahlt werden, es kommt also über die Lohnabrechnung.

Die Konsequenz dieses Verfahrens: Die Pauschale muss am Ende des Jahres versteuert werden.

Selbstständige sollen die Pauschale bekommen, indem sie bei einer der der nächsten Steuervorauszahlungen weniger zahlen müssen.

80 Prozent Anstieg seit 2020

Nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine erreichen die Preise für Gas und Öl immer neue Rekordhöhen. Sollten die Preise nicht mehr sinken, stellen sie eine ernsthafte Belastung für die Haushalte dar. Nach einer Berechnung des Vergleichsportals Check24, über die die "Tagesschau" berichtet, stiegen die jährlichen Energiekosten für einen Musterhaushalt im März 2022 auf durchschnittlich 7292 Euro. Das sind 80 Prozent beziehungsweise 3249 Euro mehr als im Vorjahresmonat, als die Kosten noch durchschnittlich 4043 Euro betrugen. "Die Energiekosten steigen seit 2020 stetig und sind seit Ende 2021 regelrecht explodiert", sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24 zu tagesschau.de.

Betriebsräte fordern mehr Entlastungen

Mehr als 8000 Betriebsräte hatten zuletzt erklärt, dass ihnen das nicht reicht. Sie fordern nach Angaben der IG Metall wegen der steigenden Energiepreise weitere Entlastungen für Arbeitnehmer. So hieß es in einem am Sonntag in Frankfurt am Main veröffentlichten Appell.

Darin fordern die Arbeitnehmervertreter zusammen mit der IG Metall, die Steuern auf Strom und Gas befristet zu senken sowie den Gaspreis bis zu einem Verbrauch von 8000 Kilowattstunden zu deckeln. Darüber hinaus solle der steuerliche Grundfreibetrag auf 12.800 Euro steigen. Dies helfe Haushalten mit geringen und mittleren Einkommen. Zudem sollte ein sozial gerechtes Mobilitätsgeld eingeführt werden.

Eine entsprechende Unterschriften-Aktion der IG Metall hätten 8100 Betriebsräte unterstützt, teilte die Gewerkschaft weiter mit. Diese vertreten laut IG Metall 2,4 Millionen Beschäftigte in über 3600 Betrieben. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann forderte, die Beschäftigten bräuchten schnell weitere spürbare Hilfen bei den Energiekosten. Hofmann machte für die Preissteigerungen auch Spekulation verantwortlich und verlangte ein Ende der „Preistreiberei bei Energie, Rohstoffen und Lebensmitteln“.

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