HIRSCHLAUSFLIEGEN

Wie gefährlich sind die fliegenden Zecken?

Hirschlausfliegen stechen und saugen Blut, so gefährlich wie der Holzbock sind sie aber nicht, meint ein Biologe. Wer von ihnen befallen wird, muss seiner Kleidung aber "Tschüss" sagen.
Die Hirschlausfliege braucht Blut, um sich fortzupflanzen.
Die Hirschlausfliege braucht Blut, um sich fortzupflanzen. ZVG
Neustrelitz ·

Sie kann außerordentlich unangenehm werden. Dennoch bricht Gert Burmeister aus Neustrelitz eine Lanze für die Hirschlausfliege.

Dermaßen schlimm, wie manche Menschen meinen, ist der Parasit nämlich gar nicht, berichtet der Biologe im Ruhestand. In all seinen Jahren als Parasitologe beim Landesamt für Gesundheit und Soziales sei ihm nie ein ernsthafter Angriff einer Hirschlausfliege zu Ohren gekommen. „Ganz selten wurde uns mal eine zur Bestimmung gebracht.”

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Dabei habe er durchaus schon persönlich Bekanntschaft mit den Blutsaugern geschlossen. „Ich bin schonmal von mehreren angefallen worden. Sie krochen unter die Haare und krallten sich richtig fest. Das war unangenehm. Gestochen haben sie aber nicht”, berichtet der 78-Jährige. Dass sie Krankheiten übertragen, sei nicht bewiesen. Möglich sei es aber. Seiner Einschätzung nach ist die Hirschlausfliege kein relevanter Gesundheitsschädling.

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Anders als die Zecke lasse die Hirschlausfliege sich nicht auf ihre Opfer fallen. Stattdessen fliege sie ihren Wirt direkt an. Meistens seien das Wildtiere wie Rehe oder Hirsche, seltener Weidetiere wie Pferde oder Rinder, ganz selten Menschen. „Die Hirschlausfliege braucht spezielles Blut, um sich fortzupflanzen. Menschliches Blut eignet sich dafür nicht”, sagt Gert Burmeister. Warum dies so ist, sei nicht bekannt. Die Hirschlausfliege sei generell wenig erforscht.

Sie macht sich ganz flach

Zu erkennen sei die Hirschlausfliege vor allem an ihrer flachen Gestalt. „Die macht sich richtig platt, drückt sich ganz eng an ihren Wirt, ist nur vier bis sechs Millimeter groß. Normale Fliegen sehen anders aus.” Wer von Hirschlausfliegen befallen wurde, solle seinen Körper gründlich absuchen und die Kleidung am besten verbrennen. Waschen oder Schütteln helfe nicht wirklich. Nicht immer werde ihr Stich bemerkt. Oftmals bohre sie ihren Saugrüssel vom Wirt unbemerkt in die Haut.

Panik, das betont Gert Burmeister, ist im Fall der Hirschlausfliege unangebracht. Sie sei zwar unangenehm aber nicht annähernd so gefährlich, wie zum Beispiel der Gemeine Holzbock, die Zecke. Letztere übertrage nämlich Krankheiten, die schlimmstenfalls tödlich enden können.

Hundetrainer Martin Rütter aus Schwerin hält die Hirschlausfliege hingegen für nicht ganz so harmlos. Er warnt vor dem Blutsauger und rät Tierbesitzern, ihre Vierbeiner nach jedem Spaziergang nach dem Parasiten abzusuchen. Wenn die Hirschlausfliege ihren Wirt gefunden hat, wirft sie ihre Flügel ab und saugt sich fest. Diese Verhaltensweise hat ihr den Beinamen fliegende Zecke eingebracht.

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