ÜBERBLICK

Wie gefährlich sind die Impfungen gegen Corona?

Nebenwirkungen, Langzeitschäden, Impftote: Sebastian Fischer und Alexandra Stober haben Fragen und Antworten zur Impfung gegen das Coronavirus zusammengetragen.
dpa
Ein Helfer bereitet in einem „rollenden Impfzentrum“, das für einen Testlauf in Bannewitz bei Dresden steht,
Ein Helfer bereitet in einem „rollenden Impfzentrum“, das für einen Testlauf in Bannewitz bei Dresden steht, den Impfstoff gegen Covid-19 von Biontech/Pfizer für Impfungen vor. Ab diesem Wochenende werden diese Impfmobile eingesetzt. ROBERT MICHAEL
Heftige Nebenwirkungen? Zurzeit wird vor allem über den Corona-Impfstoff von Astrazeneca diskutiert
Heftige Nebenwirkungen? Zurzeit wird vor allem über den Corona-Impfstoff von Astrazeneca diskutiert dpa
Berlin ·

Nach einer Corona-Impfung gibt es mitunter unangenehme Reaktionen, in sehr seltenen Fällen auch Komplikationen. Doch ist das schlimmer als der Erreger selbst? In sozialen Medien ist mitunter gar von Impftoten die Rede. Sebastian Fischer und Alexandra Stober haben Fragen und Antworten zusammengetragen.

Gibt es Nebenwirkungen bei einer Corona-Impfung?

Ja, aber Nebenwirkungen treten nicht zwangsläufig nach einer Impfung mit einem der drei bisher in Europa zugelassenen Mittel von Biontech/Pfizer, Astrazeneca oder Moderna auf. Doch wie jedes Medikament bergen Impfstoffe neben ihrem Nutzen eben auch Risiken. Selbst hochwirksame Präparate könnten eine Krankheit weder hundertprozentig verhindern noch allen Geimpften vollständige Sicherheit bieten, so die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).

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Vor einer Zulassung lässt die EMA alle Mittel von unabhängigen Wissenschaftlern untersuchen. „Der Nutzen eines Impfstoffs, der Menschen vor Covid-19 schützt, muss weitaus größer sein als jede Nebenwirkung oder jedes mögliche Risiko“, schreibt die EU-Behörde. Sie ist wie viele weitere Institute weltweit zu dem Schluss gekommen, dass dies bei den drei Präparaten der Fall ist.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

Studien zufolge können die am häufigsten beobachteten Reaktionen nach einer Corona-Impfung etwa Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost sein, zuweilen auch Fieber oder Übelkeit. Demnach sind diese meist schwach bis mäßig und klingen nach kurzer Zeit wieder ab. Davon müssen schwerwiegende Komplikationen unterschieden werden, die den Gesundheitszustand der Geimpften deutlich belasten und behandelt werden müssen.

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Oft wird von allergischen Schockreaktionen geimpfter Menschen berichtet. Wie oft treten diese auf?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können bei den Corona-Präparaten „in sehr seltenen Fällen“ allergische Reaktionen bis hin zum Schock nicht ausgeschlossen werden.

Eine US-Studie ergab, dass solche Reaktionen extrem selten sind: Beim Biontech-Mittel traten im Schnitt knapp fünf Fälle bei einer Million Impfungen auf, bei Moderna waren es etwa 2,5. Die Forscher hatten rund 17,5 Millionen Impfungen ausgewertet. Menschen, die allergisch auf die Inhaltsstoffe reagieren, sollten nach Ansicht des für die Arzneimittelzulassung in Deutschland zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nicht geimpft werden.

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Wie hoch ist der Anteil von schweren Reaktionen?

In Deutschland gab es bis zum 12. Februar knapp vier Millionen Corona-Impfungen, etwa 1,35 Millionen Menschen erhielten bereits ihren zweiten Piks. In 1178 Fällen wurde über schwerwiegende Reaktionen berichtet, schreibt das PEI in seinem Sicherheitsbericht vom 18. Februar – also bei 0,03 Prozent der verabreichten Impfdosen. Die Betroffenen wurden teilweise im Krankenhaus behandelt.

Zuletzt hatten sich Berichte über Beschwerden nach Astrazeneca-Impfungen gehäuft. Wie sicher ist das Vakzin?

Laut PEI handelt es sich um „bekannte und (...) vorübergehende unerwünschte Reaktionen“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab an, dass unerwünschte Reaktionen gelegentlich zu Arbeitsausfällen nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat führen können.

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Besonders nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Mittel können stärkere Reaktionen spürbar sein.

Das ist korrekt. Reaktionen auf eine Impfung lassen sich nicht völlig ausschließen. „Eine starke Impfreaktion ist prinzipiell ein Zeichen für die gewünschte Aktivierung des Immunsystems im Rahmen der Schutzimpfung“, heißt es von der Klinik München, die fünf Krankenhäuser betreibt.

Das RKI schreibt mit Blick auf die mRNA-Präparate von Moderna und Biontech/Pfizer: „Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt und treten etwas häufiger nach der zweiten Impfung auf.“

Zuletzt hieß es in sozialen Medien, dass im Uni-Klinikum Mannheim „Land unter“ auf der Kinderstation wegen Krankschreibungen beim Pflegepersonal nach den Corona-Impfungen herrsche.

Das Krankenhaus erklärte darauf, die Krankenversorgung laufe „ganz normal“. Auch die Klinik München trat der These entgegen, dort falle „reihenweise das Personal nach der Impfung“ aus.

Sind Langzeitschäden nach der Impfung zu befürchten?

Laut PEI treten die meisten Nebenwirkungen „kurze Zeit nach der Impfung“ auf. Angesichts von Zehntausenden Studienteilnehmern sei bei den Corona-Präparaten davon auszugehen, „dass auch seltene Nebenwirkungen im Beobachtungszeitraum der klinischen Prüfungen hätten erkannt werden können“.

Immer wieder gibt es Informationen in den sozialen Netzwerken, dass Menschen an der Corona-Impfung gestorben sind. So sorgt auch ein bei nordkurier.de dargestellter Fall aus einem Berliner Altenheim für viel Aufmerksamkeit: Dort sind sechs Bewohner an einer Corona-Infektion verstorben. Zuvor hatten sie ihre erste Biontech-Impfung erhalten.

Bei bis Mitte Februar knapp vier Millionen verabreichten Impfdosen in Deutschland wurden dem PEI 223 Todesfälle gemeldet, die zeitlich nach einer Impfung eintraten. In keinem dieser Fälle wurde jedoch bislang ein ursächlicher Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung nachgewiesen.

Die Menschen, die nach einer Impfung gestorben sind, waren durchschnittlich 85 Jahre alt. Die Mehrheit hatte Vorerkrankungen. Sie seien an der Verschlechterung ihrer Grunderkrankung oder an einer anderen Krankheit unabhängig von der Impfung gestorben, schreibt das PEI in seinem aktuellen Sicherheitsbericht.

In einzelnen Fällen seien weitere Informationen angefordert worden. Beim Vergleich zwischen gestorbenen Geimpften und der allgemeinen Sterblichkeit derselben Altersgruppe beobachtete das PEI, dass die Anzahl der Todesfälle nach einer Impfung die erwartete Anzahl an Todesfällen in der entsprechenden Altersgruppe „nicht übersteigt“.

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Kommentare (2)

Dr. Vanessa Schmidt Krüger hat die Risiken dieser Impfstoffe fachlich und an Beispielen der Forschung erklärt.
Auch Prof. Dr. Hockertz erläuterte die Risiken.
Ich bin entsetzt.

.. scheint auch nicht gut zu funktionieren.

In UK scheint das besser zu funktionieren:
https://www.epochtimes.de/gesundheit/britische-regierung-veroeffentlicht-bericht-ueber-nebenwirkungen-der-corona-impfstoffe-a3448691.html

oder

https://www.gov.uk/government/publications/coronavirus-covid-19-vaccine-adverse-reactions/coronavirus-vaccine-summary-of-yellow-card-reporting#annex-1-vaccine-analysis-print