STREIT MIT DEM NACHBARN

Wie oft darf ich grillen?

Der eine freut sich auf die leckeren Bratwürste, der andere ist sauer, weil dicke Rauchschwaden auf seine Terrasse ziehen.
Wenn der Nachbar genervt ist, wird das Grillvergnügen schnell zum Streitfall.
Wenn der Nachbar genervt ist, wird das Grillvergnügen schnell zum Streitfall. Monique Wüstenhagen
Neubrandenburg.

Wie sich Nachbarstreit ums Grillen lösen lässt, wissen Experten vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN). Sie geben Antwort auf häufige Fragen.

Wir grillen sehr gern in unserem Garten. Allerdings gibt es ständig Ärger mit dem kleinlichen Nachbarn, der sich belästigt fühlt und sogar mit dem Ordnungsamt droht. Kann er mir das Grillen verbieten?

Auch beim Grillen gilt immer das Gebot der Rücksichtnahme. Vor allem darf der Nachbar nicht wesentlich beeinträchtigt werden, denn dagegen hat er ein Abwehrrecht. Wann eine Beeinträchtigung wesentlich wird, entscheiden im Zweifelsfall die Richter. Eine mehr als unwesentliche Beeinträchtigung liegt vor allem dann vor, wenn beim Grillen mit Holzkohle ständig dicke Rauchschwaden zum Nachbarn herüberziehen und durch geöffnete Fenster in dessen Wohnung gelangen. Sie sollten deshalb noch einmal überlegen, ob sich nicht ein besserer Standort für ihren Grill findet. Es muss ja nicht unbedingt nah an der Grundstücksgrenze sein. Es kann auch nicht schaden, einen Grillabend beim Nachbarn anzukündigen und ihn zu bitten, vorsorglich für ein bis zwei Stunden die Fenster geschlossen zu halten.

Gegen eins, zwei Grillabende im Monat habe ich ja nichts. Aber unser Nachbar grillt fast jeden Abend. Das stört schon sehr?

Tatsächlich gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie oft der Nachbar grillen darf, ohne die Schwelle der Zumutbarkeit zu überschreiten. So zog ein Richter die Grenze bei zweimal monatlich und zehnmal jährlich. Ein anderes Urteil ist schärfer und erlaubt nur einmal im Monat das Grillen. Ein anderer Richter wiederum hielt 25 Grillabende im Jahr, die nicht länger als zwei Stunden dauern, für hinnehmbar. Oft wird ein sogenanntes „sozialadäquates Grillen“ gefordert – das heißt es darf nicht zu einer Dauererscheinung werden. Eine Pauschalregel gibt es also nicht. Die Richter werden immer die konkreten Umstände bewerten. Und keiner kann vorhersagen, wie ein Streit vor Gericht ausgehen wird. Deshalb sollte man sich besser gütlich einigen.

Mein Nachbar hat erklärt, dass ich gelegentlich längere Grillabende, bei denen es auch etwas lauter werden kann, hinzunehmen habe. Stimmt das?

22 Uhr ist Zapfenstreich, darauf können Sie bestehen. In Ausnahmefällen wie Geburtstagsfeiern haben einige Gerichte auch schon mal ein Grillfest bis 24 Uhr erlaubt. Doch in der Regel gilt das Gebot, von 22 bis 6 Uhr die Nachtruhe einzuhalten. Wer sich daran nicht hält, riskiert ein Bußgeld und vielleicht sogar den Besuch einer Polizeistreife.

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