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30 Jahre Liebe zur DDR-Rennpappe – Verein feiert mit Trabbidach-Surfen

Quilow / Lesedauer: 3 min

Bei der Gründung des Trabbi-Buggy-Clubs vor 30 Jahren ahnte wohl noch niemand, wohin die Reise gehen würde. Inzwischen haben die Trabant–Freunde Weltrekorde aufzuweisen.
Veröffentlicht:17.09.2023, 18:26

Von:
  • Matthias Diekhoff
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Ein Mann, ein Wort: Jens Rüberg hatte angekündigt, zum 30. Geburtstag des Trabbi–Buggy–Club '93 noch einmal ins Wasser zu gehen. Schließlich gehörten zum Programm der Feierlichkeiten am Wochenende auch die Deutschen Meisterschaften im Trabbidach–Surfen und im Bierkasten–Fünfkampf. Letztere Disziplin verlangt unter anderem, eine Runde durch den Quilower Dorfteich zu schwimmen. Und das tat der Vereinschef trotz eines verletzungsbedingten Handicaps. Dass er dabei nicht als Erster aus dem Wasser steigen würde, war ihm schon vorher klar. Allerdings ist es wohl genau diese Einstellung, die dafür gesorgt hat, dass es den Trabbi–Bubby–Club nun schon seit 30 Jahren gibt.

Vereinschef Jens Rüberg freut sich über die Torte zum Vereinsjubiläum. (Foto: Mathias Diekhoff)

Festbesucher sogar aus Danzig

Das wurde in Quilow mit befreundeten Vereinen unter anderem auch aus Gdansk (Danzig) ausgiebig gefeiert. Zudem waren Mitglieder, Sponsoren und Freunde des Vereins zu einem Empfang in der „Düngerhalle“ eingeladen. Dort würdigte der Anklamer Bürgermeister Michael Galander die Verdienste des Vereins und überbrachte Glückwünsche der Stadtvertretung sowie einen Obolus in Form eines Baumarkt–Gutscheins. 

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Im Rahmen des Empfangs wurde natürlich auch an die Anfänge des Vereins erinnert. Von den Treffen der Trabant–Freunde am „Hohen Stein“ über die ersten Zusammenkünfte in der Gartenlaube der Familie Rüberg, bei denen schließlich auch Jens Rüberg zum Vereinsvorsitzenden bestimmt wurde, bis hin zum Einzug in die alte „Düngerhalle“ in Quilow, die bis heute das Domizil des Vereins geblieben ist. 

Zur Deutschen Meisterschaft im Bierkasten-Fünfkampf gehört auch, eine Runde durch den Quilower Dorfteich zu schwimmen. (Foto: Matthias Diekhoff)

Zweites Trabant–Treffen ging mit Schulden zu Ende

Erinnert wurde auch an die Weltrekorde, die bei den 28 internationalen Trabant–Treffen auf dem Anklamer Flugplatz aufgestellt wurden, die mittlerweile ein fester Termin im Veranstaltungskalender der Hansestadt sind. Was aber auch nicht gleich von Anfang an abzusehen war, wie Ilka Kuhlmann beim Empfang zurückblickte. Ging doch bereits das zweite Treffen mit Schulden zu Ende und sorgte darüber hinaus dafür, dass etliche Vereinsmitglieder absprangen. Was aber auch dazu geführt habe, dass der Verein eine familiäre Angelegenheit wurde, zusammengehalten von der Liebe zur „Rennpappe“.

Spaziergang durch die IfA–Sammlung

Einen großen Anteil am Gedeihen des Vereins hätten Sponsoren und Unterstützer aus der Region, die den Trabant–Freunden zum Teil schon von Beginn an die Treue halten, hieß es weiter. Nach dem Empfang wurden die Ehrengäste zu einem Spaziergang zur IfA–Sammlung eingeladen, um sich den Bestand an alten DDR–Fahrzeugen anzuschauen, der dort präsentiert wird.

Zum festlichen Empfang in der „Düngerhalle“ waren Vereinsmitglieder, Sponsoren und Freunde des Vereins eingeladen. (Foto: Matthias Diekhoff)

Einen Blick in die Zukunft des Vereins blieb Jens Rüberg jedoch noch schuldig. Zumindest könne er sich nicht vorstellen, in 30 Jahren noch Vereinsvorsitzender zu sein, deutete er an. Aber das hat er vor 30 Jahren vermutlich auch schon gedacht. 

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