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Tourismusakademie

Anklam als Hochschulstadt für den Tourismus?

Anklam / Lesedauer: 2 min

Könnte Anklam künftig Studenten im Tourismus ausbilden? Dieses Ansinnen verfolgt die SPD und will die Stadt frühzeitig in Schwerin für so einen Bildungsort in Stellung bringen.
Veröffentlicht:07.12.2023, 05:33

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Könnten in der Hansestadt Anklam künftig so wichtige Fachkräfte für die Tourismuswirtschaft ausgebildet werden? Dieses Ansinnen verfolgt anscheinend aktuell die SPD. In einer Vorlage der Sozialdemokraten, die bereits im Kulturausschuss diskutiert wurde, soll sich die Hansestadt Anklam um einen möglichen Sitz einer Tourismusakademie für Mecklenburg-Vorpommern in Stellung bringen und sich der Landesregierung als Standort empfehlen.

Die Lage der Stadt sei dafür aus Sicht der Genossen gut, die Chance für die Stadt mit einem solchen Ausbildungsort ebenfalls nicht zu verachten, heißt es. Im Rahmen einer Delegationsreise nach Österreich hatte sich Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bereits für eine solche Einrichtung im eigenen Land ausgesprochen, heißt es in der Vorlage.

Kein SPD-Vertreter im Ausschuss

Im Kulturausschuss warf das Ansinnen aber dennoch noch reichlich Fragen auf - die weitestgehend offen blieben. Denn von der örtlichen SPD war niemand anwesend, um die Vorlage zu erläutern oder vorzustellen. Auch Ausschusschef Christian Schröder betonte, keine weitergehenden Informationen zur Sachlage zu haben. 

Es hätte demnach lediglich zuvor einmal ein Gespräch der SPD mit den Fraktionsvorsitzenden der Linken und der IfA gegeben, berichtet Schröder, der letzteren Posten innehat. Konkrete Absprachen seien daraus aber nicht erfolgt, weshalb ihn die Vorlage nun auch überrascht hätte, erklärte er. Es habe aber wohl seitens der Landespartei Zeichen an die SPD-Ortsverbände gegeben, bestenfalls frühzeitig aktiv zu werden. 

Verwaltung: „Keine Ausschreibung bekannt“

Beatrix Wittmann-Stifft, Kämmerin der Stadt, konnte solche Zeichen aus Schwerin nicht bestätigen. „Wenn es eine solche Ausschreibung gibt, wären wir sicherlich sofort als Bewerber dabei“, sprach sie sich für die Verwaltung aus. Nähere Absprachen mit der SPD zu der Vorlage hätte aber auch sie vorab nicht gehabt.

Deutlich wurde bei so viel vagen Aussagen indes FDP-Frau Sigrun Reese: Vermutungen und Annahmen reichten ihrer Meinung nach nicht aus, um Beschlüsse zu fassen, urteilte sie und stimmte bei der anschließenden Abstimmung auch gegen die SPD-Vorlage. Immerhin, die Mehrheit der Ausschussmitglieder wollte noch nicht so weit gehen. Es spreche ja eigentlich per se nichts dagegen, lautete etwa ein Credo.

Das Abstimmungsergebnis zeigte sich mit fünf Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und drei Enthaltungen dann doch eher durchwachsen, aber mit einem überwiegenden Zuspruch. Ob dieser Empfehlung nun auch die Stadtvertreter am kommenden Donnerstag folgen, wird sich zeigen.