Teure Energie

Anklam muss Hunderttausende Euro mehr für Strom zahlen

Anklam / Lesedauer: 2 min

Auch Anklam hat ab 2023 mit deutlich höheren Stromkosten zu kämpfen. Mehrkosten im sechsstelligen Bereich erwarten das Rathaus. Wo lässt sich da noch Energie sparen?
Veröffentlicht:28.09.2022, 06:19

Von:
  • Anne-Marie Maaß
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Es sind Hiobsbotschaften, die aktuell gleich mehrfach in den Rathäusern im Süden des Landkreises im Posteingang landen. Im bösen Brief enthalten sind keine Mahnungen oder Zahlungsaufforderungen, sondern Kündigungen. Der Energieversorger Eon hat bereits in Torgelow und Ueckermünde von seinem Vertragsrecht Gebrauch gemacht und den Kommunen die bestehenden Verträge für die Strom- und Gasversorgung zum 1. Januar 2023 gekündigt.

Mehr dazu: Stadt in Aufregung – Energieversorger Eon kündigt Verträge

In der Stadt Anklam gestaltet sich die aktuelle Lage anders – allerdings auch nicht wirklich besser. Hier galt es angesichts des turnusgemäß auslaufenden Vertrages mit dem bisherigen Vertragspartner Energie Vorpommern für die Stromversorgung eine Angebotsabfrage zu starten und den Vertrag neu auszuschreiben, so Anklams Bürgermeister Michael Galander (IfA). Die angespannte Lage auf dem Energiemarkt wird künftig aber wohl auch der Stadt Anklam teuer zu stehen kommen. Demnach sei die Angebotsabfrage nur spärlich gewesen, so Galander. Mehrere angeschriebenen potenzielle Versorger hätten gleich abgelehnt, mit der Begründung, derzeit keine Neukunden mehr aufzunehmen.

Stadtwerke Neubrandenburg springen ein

Mit Strom wird die Hansestadt nun wohl künftig zumindest für ein Jahr von den Stadtwerken Neubrandenburg versorgt. Diese hätten zwar das günstigste Angebot abgegeben, die Stadt müsse dennoch einen deutlich höheren Preis zahlen als bisher. Die Summe sei deutlich sechsstellig. Um gut zwei Drittel, so schätzt es der Bürgermeister in der aktuellen Lage, werden die Kosten demnach wohl steigen. In Zahlen geht man deshalb trotz aller laufenden Energiesparmaßnahmen davon aus, dass mit jährlichen Mehrkosten von mindestens 400.000 Euro zu rechnen sein wird.

Natürlich wolle man weiterhin nach Einsparpotenzialen auch beim Thema Strom schauen, so Galander. Lichtaus in den städtischen Schulen, den Sporthallen, dem Hansebad sowie den Rathäusern und Museen könne es logischerweise trotzdem nicht heißen. So werde derzeit eher die Umrüstung auf LED-Beleuchtung etwa in den Büros vorangetrieben.

Ein Thema bei der nächsten Sitzung des Teams, das sich mit Mangellagen von Energie und Strom in der Stadt Anklam beschäftigt, wird zudem wohl auch die Weihnachtsbeleuchtung sein. Auch hier gelte es abzuwägen, wie in der aktuellen Zeit etwa mit Straßenbeleuchtung, geschmückten Weihnachtsbäumen in der Stadt und dem Adventsmarkt zu verfahren ist, so Bürgermeister Galander.

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