Landwirtschaft

Anklamer Biorüben–Projekt wird um ein Jahr verschoben

Anklam / Lesedauer: 2 min

Auf Biozucker aus Anklam müssen Interessenten noch ein Jahr länger warten. Die erste Kampagne dazu soll nun erst 2024 starten. Denn es fehlt noch ein entsprechendes Silo.
Veröffentlicht:16.03.2023, 19:21

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Zucker künftig auch aus biologisch angebauten Rüben herzustellen und diesen dann auch als Bio–Zucker vermarkten zu können, ist ein Ziel, das sich der Geschäftsführer der Anklamer Zuckerfabrik Matthias Sauer schon vor Jahren gesetzt hat. Eigentlich sollte in diesem Jahr nun die erste richtige Biorüben–Kampagne im Herbst starten. Doch wie die Anklamer Zuckerfabrik jetzt mitteilt, wird daraus erst einmal nichts.

Der Start wurde auf den Herbst 2024 verschoben. Ein Grund dafür sei laut dem Anklamer Standort der Cosun beet Company, dass zunächst noch bauliche Voraussetzungen geschaffen werden müssen. So fehlt aktuell noch ein Silo, in dem der Biozucker dann auch gelagert werden kann. Dabei ist mit einer Vorbereitungs– und Bauzeit von mehr als einem Jahr zu rechnen, heißt es vom Unternehmen.  

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Arbeitsablauf steht fest

Derweil wurde in der Fabrik auch noch einmal der Herstellungsprozess des Biozuckers überdacht. So wollen die Anklamer auch hier neue Wege gehen und die Biorüben zunächst nur zu Dicksaft verarbeiten. Diese Umstellung sei relativ kurzfristig mit einer kurzen Unterbrechung der dann laufenden konventionellen Rübenkampagne möglich, heißt es. Der Bio–Dicksaft könne anschließend eingelagert und dann zu Beginn der Dicksaftkampagne weiterverarbeitet werden.

Hintergrund dieser Überlegung ist, dass die Biorüben augenscheinlich ihren größten Zuckergehalt im Oktober aufweisen und dann entsprechend auch den größten Ertrag liefern. Die Rübenkampagne beginnt aber bereits im September. Die vorgegebene strickte Trennung der Bioproduktion von der herkömmlichen Zuckerkampagne soll so ebenfalls erhalten bleiben. 

Bioland–Zertifikat bereits 2022 erhalten

Erst im vergangenen Jahr hatte der Anklamer Standort der niederländischen Cosun Beet Company für ihren Biozucker sogar das Zertifikat des Anbauverbandes Bioland erhalten, was vor allem für die zukünftige Vermarktung des Zuckers von Vorteil sein soll. In der Anklamer Fabrik werde nun zudem noch eine weitere Stelle in der Vermarktung geschaffen, die sich künftig mit dem Biozucker beschäftigen soll. Dazu sei man aktuell noch auf der Suche nach geeigneten Bewerbern, heißt es. 

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Bio-Landwirt Benedikt Ley (links), Zuckerfabrikschef Matthias Sauer und Ute Günster vom Bioland-Verband bei der Übergabe des Bioland-Zertifikats an die Anklamer Zuckerfabrik im September 2022. (Foto: Anne-Marie Maaß)

Die Bio–Anbauer indes schielen nicht nur auf die Verarbeitung ihrer Rüben zu Zucker, sondern interessieren sich ebenso stark auch für die Nebenprodukte, wie etwa Melasse und Rübenschnitzel, um so künftig auch beim Futter und Düngekreislauf für ihre Bioprodukte auf regionale Produkte zurückgreifen zu können.