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Ehemalige Möbelfabrik

Anklamer Immobilien heiß begehrt

Anklam / Lesedauer: 3 min

Drei Versteigerungen, drei Mal fiel der Hammer: Damit haben mehrere Immobilien der ehemaligen Möbelfabrik Anklam einen neuen Besitzer erhalten. Ein Mitbieter sorgte für Erheiterung.
Veröffentlicht:20.03.2020, 10:22

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Für bemerkenswert hohe Preise sind mehrere Immobilien der ehemaligen Anklamer Möbelfabrik in Berlin versteigert worden. Für insgesamt 127 000 Euro kamen drei nahe beieinanderliegende Flächen vergangenen Freitag unter den Hammer – die Startgebote hatten in der Summe nur bei 13 500 Euro gelegen.

Die Gebäude waren also begehrt – einziger Wermutstropfen aus stadtplanerischer Sicht ist allerdings, dass die drei Grundstücke zukünftig drei unterschiedlichen Eigentümern gehören. Dies war auch bisher schon so, die drei Objekte wurden jeweils einzeln versteigert.

Die Stadt Anklam nahm übrigens keinen Einfluss auf den Preis; sie war, trotz eines vorher bekundeten öffentlichen Interesses, nach Angaben des Auktionshauses nicht unter den Bietern. Damit kann die Stadt zwar planen, aber nicht wirklich gestalten. Aber auch so waren die Flächen an der Demminer Straße heiß begehrt. Mehr als eine halbe Stunde lang widmete sich Auktionatorin Marion Talmeier den drei Objekten und sagte unzählige neue Gebote an.

Bieter im Saal will Namen nicht verraten

Bei den insgesamt fünf versteigerten Fabrikgebäuden blieben die Pläne der künftigen Eigentümer zunächst im Unklaren – sie boten per Telefon mit, über ihre Identität machte das Auktionshaus Karhausen AG aus Datenschutzgründen keine Angaben. Die drei leer stehenden Mehrfamilienhäuser an der Demminer Straße 40b und 40c ersteigerte dagegen ein Bieter im Saal. Er wolle die Häuser sanieren und vermieten, sagte er dem Nordkurier. Er komme aus Mecklenburg-Vorpommern und arbeite im Hochbau; seinen Namen wolle er aber nicht verraten.

Für 34 000 Euro ersteigerte er die drei Gebäude mit den insgesamt 16 kleineren Wohnungen, dazu kommen 9,52 Prozent Courtage für das Auktionshaus, sechs Prozent Grunderwerbessteuer sowie die Notarkosten. Die Summe sieht er aber nur als Tropfen auf den heißen Stein. Die Investitionen beziffert er auf „ein paar Hunderttausend Euro“. Er wolle die Gebäude für die Region halten und für neue Wohnungen sorgen.

„Das wird ’ne gute Sache“, gab der Mann sich überzeugt, einige Jahre wird es aber wohl dauern. Eigentlich hatte sein Limit bei 20 000 bis 25 000 Euro gelegen. Dann aber ging der Preis, getrieben von mehreren Telefonbieter, immer um weitere 500 Euro in die Höhe. Das Mindestgebot hatte hier bei 3 000 Euro gelegen.

Ein weiterer Bieter sorgt für Schnapszahlen

Der Versteigerung der Wohnhäuser folgten dann die Fabrikgebäude. Zwei unter Denkmalschutz stehende Häuser sprangen von 9 500 Euro Mindestgebot letztlich auf 27 000 Euro; drei weitere, ebenfalls teilweise geschützt, sprangen von 1 000 auf ganze 66 000 Euro. Hier bot auch ein weiterer Mann im Saal lange mit und sorgte für Erheiterung, weil er mit 33 333 und 44 444 Euro Schnapszahlen ansagte.

Wie er später dem Nordkurier sagte, hätte er ein Haus vermutlich abgerissen und die Steine verkauft – das sei sein Geschäft. In einem anderen Haus hätte er vielleicht eine Ausstellung untergebracht. Ob das schlechter oder auch besser gewesen wäre als das, was die künftigen Eigentümer nun machen, bleibt abzuwarten.