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Filmfestival

Anklamer Schüler werden zu Filmemachern für mehr Toleranz

Anklam / Lesedauer: 3 min

Die Schüler der Käthe–Kollwitz–Schule haben gemeinsam mit dem Demokratiebahnhof und der Deutschen Filmakademie Kurzfilme produziert, die jetzt ihre Premiere erlebten.
Veröffentlicht:19.04.2023, 06:08

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Die Schlange im Eingangsbereich des Anklamer Kinos reichte am Freitagnachmittag bis auf den Bürgersteig. Die Besucher erwartete ein besonderer Filmnachmittag mit dem bundesweiten Filmfestival „spots.“, das in Zusammenarbeit mit der Deutschen Filmakademie stattfand.

Anklamer Jugendliche spielten dabei eine tragende Rolle: Insgesamt zehn Monate haben sie sich mit den Filmen beschäftigt und diese teils selbst produziert. Am 14. April feierten die Schüler und Schülerinnen mit dem Filmfestival nun den Höhepunkt des Projekts.

Jugendliche wählen Streifen gegen Rassismus aus

Unter ihnen waren auch Josefine Lorber und Pia Dähn aus der 9b der Regionalen Schule Käthe  Kollwitz, die beim Festival sogar einen Bühnenauftritt hatten. Sie standen zunächst aufgeregt vor ihrem Publikum. Dieses bestand hauptsächlich aus ihren Mitschülern, allerdings hatten sich auch einige Eltern und Lehrer im gut gefüllten Kinosaal eingefunden. Zu sehen bekamen die Zuschauer insgesamt sieben Kurzfilme — zwei davon stammten von den Anklamer Schülern. Weitere Schüler hatten sich zuvor intensiv mit der Sichtung von Filmen beschäftigt. 

Josefine Lorber und Pia Dähn stellten nun die Filmauswahl vor. Die Streifen handeln von Rassismus, Rechtsextremismus, und Anti–Diskriminierung: Themen mit denen sich die Anklamer Jugendlichen anscheinend identifizieren und eigene Erfahrungen verbinden.  „Obervogelgesang“ aus Sachsen beschäftigte sich zum Beispiel mit dem Widerstand einer Protagonistin gegen Rechtsextremismus. Dazu sagte Josefine Lorber: „Wir haben den Film ausgewählt, weil man sich für seine Heimat einsetzen sollte und weil weglaufen keine Option ist.“

Großes Lob für Anklamer Filme

Für die künstlerische Leiterin des Projekts, Gabriela Zorn, waren die selbstgedrehten Filme der Klasse 9a aus Anklam der Höhepunkt des Filmfestivals. "Unserer Meinung nach sind das zwei der besten Filme. Und ich finde es toll, dass sie in Anklam entstanden sind“, sagte sie.

„Irgendwann wird alles zu viel“, handelt vom Druck auf die Jugend durch die Außenwelt, insbesondere durch Erwachsene und „25 Cent“ zeigt soziale Ungleichheit und wie sich diese wiederholt, so Christin Hosak, Projektkoordinatorin der Filmakademie. Beide Filme können auch weiterhin auf YouTube angeschaut werden, fügt Gabriela Zorn hinzu.

Anklamer Abiturient koordiniert Filmfestival

Auch an der Organisation des Projekts hat ein Anklamer Schüler maßgeblich mitgewirkt. Der 18–jährige Marius Denda war vor Ort der lokale Projektkoordinator und vertrat beim Festival als stellvertretender Vorsitzender den Demokratiebahnhof auf der Bühne. Der Schüler des Anklamer Gymnasiums war der Knotenpunkt für die Entstehung des Bündnisses aus Kino, Schule und soziokulturellem Zentrum. Später erzählt er: „Für mich war es schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Es war aber ein schöner Stress, weil ich so viel über mich selbst, den eigenen Erwartungsdruck und die Anderen in den Workshops erfahren konnte.“