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Straßenbau

Ausbau der B 110 ‐ wann geht es endlich weiter?

Tutow / Lesedauer: 3 min

Eigentlich sollte längst wieder gebaut werden an der B 110 bei Tutow ‐ zeitweise inklusive Vollsperrung. Doch das wird noch dauern.
Veröffentlicht:08.11.2023, 06:04

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Als das Straßenbauamt Neustrelitz (SBA) im März 2023 sein Jahresbauprogramm öffentlich vorstellte, da nahm auch die B 110 in beziehungsweise bei Tutow einen wichtigen Platz ein. Ab Herbst, so die Aussage, sollte endlich die 2016 begonnene Erneuerung der insgesamt rund 3,24 Kilometer langen Strecke zwischen Kruckow und Zemmin fortgesetzt und damit beendet werden.

Letzter Abschnitt in Tutow fehlt noch

Zwischenzeitlich hatten die Probleme mit der Trebeltal-Querung der A 20 bei Tribsees für Verzögerungen bei der weiteren Umsetzung des Großprojektes gesorgt, weil die Bundesstraße zwischen Demmin und Jarmen als Ausweichstrecke für den überregionalen Verkehr auf der Autobahn freigehalten werden musste. Auch die letzten Arbeiten nach diesem Moratorium waren schon einige Zeit her: Von August 2020 bis Oktober 2021 hatte der Abschnitt nordöstlich von Tutos einen völlig neuen Unterbau erhalten, in der mittig gelegenen Moorniederung auf rund 3000 langen Betonsäulen fußend, war zudem die Zemminer Ortsdurchfahrt komplett umgestaltet worden.

Bis Ende 2024 soll das beim Ausbau bisher ausgelassene Stück realisiert werden, lautete die SBA-Ankündigung. Dabei geht es um die B 110 von der Tutower Zufahrt Friedenstraße bis zum Ortsausgang von Tutow-Dorf in Richtung Kruckow.  „Wie in den Abschnitten davor und danach wird die Straße mit neuem Querschnitt grundhaft ausgebaut und mit einem Radweg versehen“, erläuterte André Horn vom Dezernat für Kommunikation, Internet und Baustelleninformation beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern auf Nachfrage.

Dabei stelle der Bereich um die Querung des umgangssprachlich als Senf- oder auch Stinkegraben bezeichneten Gewässers nahe der ehemaligen Konservenfabrik die Planer und Bauleute wegen des schlechten Baugrundes vor besondere Herausforderungen. Weshalb dort ebenfalls Rüttelstopfsäulen zur Gründung dienen sollten und sich die Kostenschätzungen auf zirka vier Millionen Euro erhöhten.

Ausschreibung wird vorbereitet

Ob diese Rechnung aufgeht, muss sich aber erst zeigen. Bisher nämlich stehen die entsprechenden Angebote noch aus, scheint der alte Zeitplan hinfällig. Vielmehr werde gerade erst die Veröffentlichung der Ausschreibung zu der Maßnahme vorbereitet, wie André Horn erklärte. Aus diesem Grund habe es auch noch keine Einwohnerversammlung oder genauere Informationen für die Gemeinde gegeben.

Tutow nämlich bekommt den Ausbau besonders zu spüren: Wegen der Gegebenheiten am besagten Graben macht sich dort eine Vollsperrung nötig. Zwar sollen während dieser Phase eigentlich nur Anwohner und Anlieger die Straßen durch den Ort als Umfahrung nutzen, doch erfahrungsgemäß dürfte auch der Durchgangsverkehr diese Möglichkeit für sich entdecken und so für eine erhebliche Belastung des Dorfes sorgen. Das Straßenbauamt hingegen sieht für ihn eine großräumige Umleitung über die L 271 und L 35 vor.

Unübersehbare Straßenschäden: Erst jüngst wurden die schlimmsten Stellen der B 110 bei Tutow noch einmal „geflickt“.
Unübersehbare Straßenschäden: Erst jüngst wurden die schlimmsten Stellen der B 110 bei Tutow noch einmal „geflickt“. (Foto: Stefan Hoeft)

Lieferschwierigkeiten bei Durchlassrohr

„Sobald der Auftragnehmer feststeht, soll im Winter eine Bürger-Informationsveranstaltung zu dem Bauvorhaben stattfinden“, kündigte der Landesamt-Pressesprecher an. Dass sich das Ausbau-Projekt verzögert, hatten Einheimische schon vor ein paar Wochen vermutet, als die Straßenmeisterei die besonders schlechten Stellen in der Schwarzdecke zwischen Friedenstraße und Flugplatz-Abfahrt noch einmal mit Rollsplitt „flicken“ ließ. 

Verzögerungen musste André Horn auch bei einer anderen Baumaßnahme an der B 110 entlang des mittleren Peenetals einräumen. Dabei geht es um die Oberflächensanierung und Ausbesserungen zwischen Zemmin bis kurz vor Jarmen. Aus Lokalpolitik und -verwaltung hieß es, dass dieses Projekt noch im Spätsommer, dann im Oktober in Angriff genommen werden sollte, doch beide Termine verstrichen. Wofür der Pressesprecher unter anderem Lieferschwierigkeiten für ein Durchlassrohr verantwortlich machte. „Hinzu kommen die aktuell schwierigen Witterungsbedingungen, die eine Bauausführung erschweren. Sobald ein Bautermin feststeht, wird das Straßenbauamt Neustrelitz informieren.“