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Internationaler Frauentag

Am Frauentag ein starkes Zeichen setzen

Anklam / Lesedauer: 3 min

Beatrix Wittmann–Stifft ist die Kämmerin der Stadt Anklam und hat zudem die Bereiche Stadtmarketing, Bildung und Kultur unter sich. Wie denkt sie über den internationalen Frauentag als Feiertag in Mecklenburg–Vorpommern und das Thema Gleichstellung?
Veröffentlicht:06.03.2023, 11:41

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Frau Wittmann–Stifft haben Sie rechtzeitig an den Frauentag am 8. März gedacht, der ja dieses Jahr erstmals ein Feiertag in Mecklenburg–Vorpommern ist?

Tatsächlich hatte ich ihn frühzeitig im Kalender eingetragen und Pläne gemacht. Den freien Tag hatte ich bis vor wenigen Tagen aber gar nicht mehr so sehr im Blick. An den Feiertag muss man sich wohl erst noch gewöhnen.

Gibt es schon Pläne für den 8. März?

Tagsüber werde ich die Zeit nutzen und den Tag mit meinem Sohn verbringen. Vielleicht gibt das Wetter auch schon einen ersten Fahrradausflug nach Anklam her. Ansonsten ist abends ein Abendessen mit Freundinnen geplant und anschließend ein Besuch im Anklamer Theater.

Auch wenn ich selbst persönlich am liebsten die Woche durcharbeite, sollte man solche Feiertage darüber hinaus auch nutzen, um sich selbst einmal Ruhe zu gönnen und Freizeit zu haben. 

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Brauchen wir den Frauentag dafür wirklich als Feiertag?

Es geht dabei um mehr, als nur einen freien Tag zu haben. Das sollten wir uns dementsprechend auch vergegenwärtigen. Ich denke, bei der Gleichberechtigung für Frauen stehen wir in Deutschland auf einem guten Stand. Speziell in Ostdeutschland ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau aus meiner Sicht eine gelebte Praxis, die es seit Generationen gibt und die auch dementsprechend in den Familien weitergegeben wird. Alte Rollenbilder sehe ich da nicht. Auch in meinem Umfeld sind die Frauen alle stark genug, um ihren Weg zu gehen und für sich einzustehen.

Gleichzeitig ist der Frauentag als Feiertag aber dennoch ein starkes Zeichen, das durchaus von Deutschland ausstrahlen kann. Wir sollten uns immer bewusst sein, dass die Lebensverhältnisse und Möglichkeiten, die Frauen bei uns haben, in vielen anderen Länder nicht gegeben sind. Daran sollten wir denken — nicht nur am speziellen Feiertag. 

Sind wir also auf einem guten Weg zur Gleichberechtigung?

Gleichberechtigung umfasst ja mehr als die Frauenrechte. Doch auch dabei kommt es aus meiner Sicht auf jeden einzelnen an. Es ist wichtig, ein offenes Auge für seine Mitmenschen zu haben und Missstände auch anzusprechen. Das betrifft nicht nur Männer und Frauen. 

Wie sieht es im eigenen Arbeitsumfeld im Anklamer Rathaus aus?

Ich habe zum Glück noch nie erlebt, dass ich als Frau anders behandelt wurde oder mir Chancen verwehrt wurden. Das Geschlecht spielt bei Einstellungen auch keine Rolle: Neben der Qualifikation für einen Job sehe ich immer mehr die soziale Kompetenz als wichtigen Punkt an, damit es auch im Arbeitsumfeld funktioniert.

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Gleichzeitig haben sich Arbeitsabläufe in den vergangenen Jahren während der Corona–Pandemie stark verändert: Das betrifft nicht nur die Digitalisierung, die die Arbeit an vielen Stellen effektiver macht, sondern auch den flexibleren Umgang mit Arbeitszeiten. Das kommt vor allem vielen Eltern entgegen und nimmt an manchen Stellen auch den Zeitdruck weg. Gleichzeitig gilt es aber auch den Ausgleich zwischen Freizeit und Beruf zu wahren.

Da kommt so ein Feiertag mitten in der Woche vielleicht doch ganz gelegen.