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Teilnehmer-Rekord

Deutschlands „Kirche des Jahres” steht in Vorpommern

Ranzin / Lesedauer: 3 min

Mitten in Vorpommern steht eine kleine Dorfkirche, die zur „Kirche des Jahres 2021” gekürt wurde. Bei der Abstimmung stellte nicht nur die Teilnehmerzahl einen neuen Rekord auf.
Veröffentlicht:19.05.2021, 18:39

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Mit dem Glauben kennt sich Pastor Ulf Harder schon von Berufs wegen aus. Aber hat er auch an einen Sieg seiner kleinen Ranziner Dorfkirche bei der Abstimmung der KiBa-Stiftung zu Deutschlands „Kirche des Jahres“ 2021 geglaubt? Nein, sagt der noch immer völlig überwältigte Harder, damit habe er in keinster Weise gerechnet. Aber das spreche für die Begeisterung seiner Gemeindemitglieder und ihrer Verbundenheit mit dieser Kirche, ist der Pastor unendlich dankbar. Das altehrwürdige Gebäude aus dem 13. Jahrhundert musste sich gegen elf weitere Kirchen aus ganz Deutschland behaupten, darunter zum Beispiel die Franziskanerkirche aus dem bei Touristen so beliebten Rothenburg ob der Tauber.

Große Beteiligung

Fast 14.000 Menschen haben sich in diesem Jahr an der Abstimmung beteiligt. „Das waren knapp 5.000 Teilnehmer mehr als im Vorjahr“, freut sich Catharina Hasenclever, die Geschäftsführerin der KiBa-Stiftung. Und von denen stimmten allein 3.960 für die kleine Dorfkirche im vorpommerschen Ranzin – vor der zweitplatzierten Stiftskirche St. Cyriakus in Frose (Sachsen-Anhalt) mit 2.187 Stimmen. Mit einem so deutlichen Abstand hätte bisher noch niemand gewonnen, merkt Hartmut Dobbe an, der als Mitglied im Vergabe-Aussschuss der KiBa-Stiftung und Leiter des Kirchenkreisamtes in Greifswald die Urkunde an Pastor Harder und seine Gemeinde überreichte. „Es ist toll zu sehen, wie die Leute hier zur Teilnahme motiviert wurden“, so Dobbe.

Auf Platz drei landete die Dorfkirche Klitten in Sachsen mit 1.432 Stimmen. Die – wie Ranzin – zum Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis gehörende Feldsteinkirche im uckermärkischen Wismar kam mit 685 Stimmen auf den siebten Platz.

Stiftung zum Kirchen-Erhalt

Seit 2011 gibt es die Wahl und bereits in früheren Jahren konnten sich Kirchen aus Mecklenburg-Vorpommern den Titel „KiBa-Kirche des Jahres“ sichern. So ging der Preis 2013 an den Dom St. Nikolai in Greifswald, 2012 freute man sich für die Stadtkirche St. Marien in Plau am See. Im vergangenen Jahr musste sich die St.-Nikolai-Kirche in Stralsund mit dem zweiten Platz begnügen. Der Sieg ging an die Stephanuskirche im saarländischen Böckweiler.

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) wurde 1997 von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründet. Ziel der Stiftung mit Sitz in Hannover ist es, bundesweit möglichst viele Kirchen instand zu halten, so dass sie als Orte des Gebets, aber auch der Kultur und Geschichte von vielen Menschen genutzt werden können. Bislang hat die Stiftung den Kirchen-Erhalt mit über 33,9 Millionen Euro gefördert.

Bei trockenem Wetter findet an diesem Pfingstsonntag um 14 Uhr in Ranzin ein Gottesdienst unter freiem Himmel statt.

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