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Das Ende einer Ära

Direktor des Lilienthal-Museums geht

Anklam / Lesedauer: 3 min

Nach 28-jähriger Museumsleitung macht Dr. Bernd Lukasch seinen Platz im Otto-Lilienthal-Museum frei. Sein Nachfolger steht bereits fest: Es ist ein 35-Jähriger aus Anklam. Ist der Mann zu jung für den Job?
Veröffentlicht:08.12.2019, 07:56

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Der langjährige Leiter des Otto-Lilienthal-Museums, Dr. Bernd Lukasch, macht zum Jahresende Schluss. Darüber informierte der 65-Jährige bei einer großen Festveranstaltung am Freitag in der Ellbogenstraße. Gleichzeitig stellte sich sein Nachfolger vor: Dr. Peter Busse ist um 30 Jahre jünger als sein Vorgänger.

Setzt man sich mit Anklams Luftfahrt-Vergangenheit auseinander, sind laut Bürgermeister Michael Galander unbedingt zwei Namen hervorzuheben. Der erste davon lautet Otto Lilienthal – klar. Danach, so formulierte es der Bürgermeister gestern, müsse aber gleich der Name von Bernd Lukasch genannt werden. „In den vergangenen28 Jahren prägte er das Museum wie kein Zweiter“, sagte Galander weiter. Lukasch habe das Haus durch die Turbulenzen der Wendezeit gesteuert und es zu einer vielfach ausgezeichneten Institution gemacht.

Vorgänger sei nicht zu ersetzen

Dr. Bernd Lukasch, Anklamer mit Berliner Migrationshintergrund und studierter Physiker, gehörte ab 1988 zum Gründungsteam des Museums. Etwa vier Jahre später wurde er bereits Museumsleiter – da war er 38 Jahre alt. Dr. Peter Busse, geboren in Anklam und studierter Luft- und Raumfahrttechniker, wird dieses Amt ab dem 1. Januar übernehmen. „Ich freue mich darauf, auch wenn mein Vorgänger nicht zu ersetzen ist“, sagte er gestern.

Als Student sammelte Busse bereits vor einigen Jahren Erfahrung im Lilienthal-Museum, so war er unter der Aufsicht von Lukasch in einige Projekte involviert. Die beiden kennen sich. Wie der 65-Jährige gestern sogar zugab, hätte er sich einen besseren Nachfolger kaum vorstellen können. „Er war mein Wunschkandidat“, so der scheidende Direktor. Dabei hegte er zunächst Zweifel. „Als ich mich bei Dr. Lukasch erkundigte, ob ich mich für den Job überhaupt bewerben brauche, meinte er zu mir: ‚Das ist eher was fürs Alter‘“, erzählte Busse schmunzelnd. Insgesamt gab es 48 Bewerber auf den Job, darunter hochkarätige Museologen, wie Lukasch verriet. „Als wir feststellten, dass auch er damals in einem ähnlichen Alter war wie ich, meinte er: Das passt ja perfekt“, so Busse weiter.

Lukasch will Anklam weiter erhalten bleiben

Im Museumswesen kann der 35-Jährige bislang keinerlei Erfahrung vorweisen. Zuletzt arbeitete Dr. Peter Busse als Ingenieur für den Triebwerkshersteller Rolls-Royce in Dahlewitz. „Wenn man dort arbeitet und sich steigern will, geht man ins Lilienthal-Museum“, scherzte Lukasch. Die fehlende Erfahrung Busses soll indes kein Hindernis sein. „Es ist einfacher, einem Techniker den Job des Museologen beizubringen, als andersherum“, so der Museumsdirektor weiter.

Wie es für den baldigen Rentner nun persönlich weitergeht, wusste er gestern selbst noch nicht so genau. Eines konnte er aber mit Sicherheit sagen: „Ich ziehe nicht nach Mallorca!“ Dr. Bernd Lukasch bleibt Anklam weiter erhalten – als Berater im „Ikareum“-Projekt. Ganz zur Zufriedenheit des Bürgermeisters.