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Energiewende

Dorf im Wandel - Solaranlage statt Milchkühe

Göslow / Lesedauer: 3 min

Wo einst die besten Kühe Mecklenburg-Vorpommerns standen, sollen jetzt eine Solaranlage und ein Museum entstehen.
Veröffentlicht:10.08.2023, 19:08

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Solarpark statt Milchkühe: Die Einwohner von Göslow erleben gerade einen Wandel und wohl auch das Ende einer Zeit, in der in ihrem Ort einst „die besten Kühe aus Mecklenburg-Vorpommern im Stall standen“, wie Karsten Trunk, Geschäftsführer des Görminer Landwirtschaftsbetriebes „Peenetal“ GmbH & Co KG erzählte.

Gelegenheit dazu hatte er jüngst bei einer Veranstaltung in Görmin. Bei der ging es um die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für das Projekt Solaranlage in Göslow. Die soll genau dort entstehen, wo einst die Milchviehanlage betrieben wurde. Diese wurde seit 2021 schrittweise abgerissen.

Keine leeren Ställe als Schandfleck

Die Entscheidung hatten sich die Verantwortlichen nicht leicht gemacht. Doch ganz offensichtlich gab es einen Plan, wie es mit dem beräumten Areal, immerhin handelt es sich um zirka acht Hektar, künftig weitergehen könnte. „Als landwirtschaftliche Fläche hat sie sich nicht mehr geeignet“, begründete Karsten Trunk die Entscheidung, eine Solaranlage entstehen zu lassen.

Dabei weiß er die Gemeinde hinter sich. Obwohl Bürgermeister Thomas Redwanz zugab: „Es war schon komisch, als die Tiere weg waren. Die Milchviehanlage gehörte lange zu unserem Leben im Dorf dazu. Doch die Entscheidung ist nachvollziehbar und wir sind nun natürlich froh, dass wir keine leerstehenden Gebäude und damit keinen Schandfleck im Ort haben, sondern die Fläche eine neue Nutzung erfährt.“

Görmins Bürgermeister Thomas Redwanz (links) und Karsten Trunk, Geschäftsführer des Görminer Landwirtschaftsbetriebes „Peenetal“ GmbH & Co KG bei der öffentlichen Vorstellung des Solarpark-Projektes.
Görmins Bürgermeister Thomas Redwanz (links) und Karsten Trunk, Geschäftsführer des Görminer Landwirtschaftsbetriebes „Peenetal“ GmbH & Co KG bei der öffentlichen Vorstellung des Solarpark-Projektes. (Foto: Ulrike Rosenstädt)

Museum in der letzten verbliebenen Halle

Auch die beiden Görminer, es waren übrigens die einzigen, die zum Termin der Öffentlichkeitsbeteiligung bekommen waren, weil sie sich für das, was in ihrer Gemeinde Görmin passiert, interessieren, meinten zu den vorgestellten Plänen: „Damit kann man leben.“

Nur eine von den Hallen der ehemaligen Milchviehanlage ist stehengeblieben. In ihr soll ein kleines landwirtschaftliches Museum Einzug halten. „Auf einem Platz in Göslow werden ja bereits Gerätschaften gezeigt. Wir haben uns gedacht, dass eine überdachte Ausstellung diese gut ergänzen kann“, kündigte der Landwirt an.

Dass Karsten Trunk mit der Region und ihren Einwohnern sehr verbunden ist, wurde bei diesem Termin erneut sehr deutlich. Mit dabei waren auch zwei Mitarbeiter der UmweltPlan GmbH, mit Hauptsitz in Stralsund, die den vorliegenden Entwurf für die Solaranlage Göslow erarbeitet haben.

Der geht nun durch die nächste Instanz, denn nach der öffentlichen kommt die behördliche Beteiligung. Erst danach könne ein Bebauungsplan erstellt werden. Wenn weiterhin ein normaler Ablauf gewährleistet ist, keine Klagen gegen das Vorhaben eingereicht werden, könnte 2025 der Bau der Solaranlage erfolgen.