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Energiewende? Anklam verbietet Solaranlage auf Bankdach

Anklam / Lesedauer: 2 min

Solarpanele sucht man in der Anklamer Innenstadt an den prägenden Häusern vergebens. Dem steht die Gestaltungssatzung von 1995 entgegen, wie jetzt die Volksbank feststellte.
Veröffentlicht:08.08.2022, 19:05

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Energie sparen, regenerative Energien nutzen, Verbrauch senken: Über kein anderes Thema wird derzeit so viel diskutiert. So will in Anklam nun auch die Volksbank Vorpommern eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen und Solarplatten aufs Dach ihrer Anklamer Filiale bringen.

„Damit erhoffen wir uns, beim jährlichen Verbrauch von rund 80 000 bis 100 000 Kilowattstunden deutlich einsparen zu können”, erklärt Reinhard Lüdemann von der Volksbank. Doch daraus wird erst einmal nichts. Eine erste Voranfrage bei der Stadtverwaltung erhielt eine klare Absage als Antwort.

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Uralt-Satzung steht gegen Solarplan

Auf der Südseite – also zum Marktplatz hin – erlaube die Gestaltungssatzung für den Altstadtkern den Aufbau einer solchen Anlage nicht, so die Begründung aus dem Bauamt. Auf der rückwärtigen Gebäudeseite könne die Bank jedoch gerne bauen, hieß es. Nur, dass Solarplatten auf der Nordseite eben wenig Sinn ergeben.

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„Die Marktseite wäre optimal. Wir würden uns auch Gestaltungsvorschlägen anpassen”, so Lüdemann, der im Übrigen dann gleich noch bei der Stadt Handlungsbedarf sieht. Am benachbarten Rathaus würde sich die regenerative Energie rein von der Lage ebenso anbieten, findet er.

Stadtpolitik will handeln

In Anklam beschäftigt sich nun zumindest schon einmal die Stadtpolitik mit dem Thema. So fordert die CDU eine Befreiung der Volksbank von der Gestaltungssatzung und die Unterstützung bei dem Solarprojekt. Des Weiteren solle auch ein Konzept für die Errichtung von regenerativen Energie-Anlagen im Stadtgebiet, das bereits vor gut einem Jahr beschlossen wurde, nun zeitnah erarbeitet werden, argumentieren die Anklamer Christdemokraten.

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Zudem werden sich wohl auch der Bauausschuss und das Bauamt mit dem Thema zeitnah noch befassen. So will die CDU eine Überarbeitung der Gestaltungssatzung anschieben. Diese stammt noch aus dem Jahr 1995 und sei eben, wie das aktuelle Beispiel zeigt, nicht mehr zeitgemäß, so CDU-Fraktionschef Steffen Göritz.

Rückhalt könnte es dafür von der Rathausspitze geben. Auch Bürgermeister Michael Galander (IfA) hatte im zurückliegenden Hauptausschuss bereits angeregt, sich mit der Satzung noch einmal auseinanderzusetzen und diese an die modernen Gegebenheiten anzupassen.