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Kirche Rustow

Glockenguss - Die Neue fürs Peenetal wiegt 130 Kilogramm

Loitz/Rustow / Lesedauer: 3 min

Eine Gruppe aus Loitz hat einen weiten Weg zurückgelegt, um beim Gießen der Rustower Glocke dabei zu sein. Die Reise hat sich gelohnt und war für alle ein unvergessliches Erlebnis.
Veröffentlicht:08.08.2023, 19:31

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Eine Kirchenglocke für Rustow wurde jetzt in Neunkirchen in Baden-Württemberg gegossen. Als unvergesslich, emotional, hochinteressant und in einen liturgischen Rahmen gesetzt, beschreibt die Loitzer Pastorin Friederike Grube das, was sie gemeinsam mit einer achtköpfigen Gruppe aus der Evangelischen Kirchengemeinde Loitz jüngst in der Glockengießerei Bachert erlebt hat.

Dort in dem Ort Neunkirchen, zwischen Heilbronn und Heidelberg gelegen, sahen die Loitzer, wie die Glocke für Rustow in einem Traditionsbetrieb gegossen wurde. „Es war so spannend, zu sehen wie ursprüngliches Handwerk funktioniert“, war die Pastorin auch Tage später noch sehr beeindruckt von dieser Fahrt.

In diesem Moment wurde die Bronze gegossen und die Rustower Glocke nahm ihre Form an. Ein ganz besonderes Erlebnis, das einige Loitz-Rustower live miterlebten.
In diesem Moment wurde die Bronze gegossen und die Rustower Glocke nahm ihre Form an. Ein ganz besonderes Erlebnis, das einige Loitz-Rustower live miterlebten. (Foto: ZVG/Kirchengemeinde)

800 Kilometer für ein besonderes Erlebnis

Obwohl es kein Katzensprung für die Loitzer war. Schließlich liegt Neunkirchen über 800 Kilometer von der vorpommerschen Heimat entfernt. Doch die Chance, bei der Herstellung der Glocke live dabei zu sein, ließen sich die Frauen und Männer natürlich nicht entgehen.

„Unsere war eine von drei Glocken, die an diesem Tag hergestellt wurden — eine für die Universität Halle, eine für eine katholische Kapelle etwa 50 Kilometer von Neunkirchen entfernt und die für Rustow. Der gesamte Tag war etwas ganz Besonderes, wobei der eigentliche Gießvorgang, gar nicht so lange gedauert hat. Wir haben eine tiefe Verbundenheit zum Handwerk, eine gelebte Philosophie während des Glockenherstellens spüren dürfen „, erzählte die Pastorin im Anschuss an die Fahrt in einem Gespräch mit dem Nordkurier.

Für sie, die erst wenige Monate in Loitz im Amt ist, war die Tour auch eine gute Gelegenheit, um Mitarbeiter, Gemeindeglieder und Unterstützer besser kennenzulernen. „Acht Stunden Fahrt sind eine recht lange Zeit und eine gute Gelegenheit zum Reden“, beschrieb die Pastorin ihre Eindrücke. Dass die noch lange nachklingen werden, weiß sie auch von all den anderen, die den Glockenguss live miterleben durften.

Jede Glocke hat ihre Bedeutung

Ganze 130 Kilogramm schwer ist die neue, die zweite Rustower Glocke. Nun werde überlegt, wie diese gewidmet wird. Denn ab zwei Glocken gelte eine Läuteordnung. „Jede Glocke hat eine Bedeutung, jede übernimmt bestimmte Aufgaben wie das Verbreiten der Information von Tod oder Beerdigung oder eben auch das Läuten, wenn eine Hochzeit, eine Trauung ansteht. Beide Glocken könnten zu Gottesdiensten läuten. Wenn man all das weiß, dann vermitteln Glocken sehr wichtige Informationen. Es ist spannend sich mit dem Thema zu beschäftigen“, sagte die Pastorin.

Und genau das wollen und müssen die Loitz–Rustower tun, denn all diese Fragen sollten spätestens bis zum Zeitpunkt der Glockenweihe in Rustow geklärt sein. Diese dürfte der nächste besonderer Termin für die Kirchengemeinde sein, der erneut die Verbindung nach Neunkirchen schlägt, denn schließlich wurde der Glocke dort auch ihr ganz eigener Klang verpasst.