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Kostenschock

Grabpflege in Anklam wird teurer

Anklam / Lesedauer: 2 min

Die Kosten für die Grabpflege auf dem kommunalen Friedhof in Anklam durch die Diakonie sollen im kommenden Jahr erheblich steigen. Eine eindeutige Erklärung über die Gründe blieb das neue Angebot jedoch schuldig.
Veröffentlicht:11.12.2019, 08:59

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Der Anbieter der Grabpflege auf dem Anklamer Friedhof, die Behindertenwerkstatt der Diakonie, dreht an der Preisschraube für die Dienstleistungen rund um die Grabpflege. Für den Anklamer Bernhard Kaczyna kam die Erhöhung unerwartet. Seit Jahren lässt er ein Urnengrab auf dem kommunalen Friedhof in Anklam von der Diakonie pflegen. 95 Euro kostete ihn das bisher jährlich. Ab dem kommenden Jahr schlagen jedoch 60 Euro mehr zu Buche. „Ich habe nichts gegen eine Erhöhung, wenn Dinge teurer werden“, sagt Kaczyna. Eine Erklärung dazu hätte der Anklamer dennoch gerne gehabt. „Zumal das so gravierend ist“, sagt er. Auch der Unterpunkt „Gießpflege“ des Angebots, welcher mit 40 Euro ausgepreist ist, erschließt sich ihm nicht. „Wenn das nur fürs Gießen ist, wäre das ganz schön viel Wasser“, wundert sich Kaczyna. Bürgerfreundlich sei das Schreiben jedenfalls nicht.

Ein Punkt, den auch SPD-Stadtvertreter Uwe Schulz im Hauptausschuss der Stadtvertretung jetzt bemängelte. Auch er hatte für das kommende Jahr ein neues Angebot im Briefkasten. Für die Grabstelle, die er pflegen lässt, soll der Preis von 260 auf 380 Euro steigen. „Das ist nicht so richtig nachvollziehbar“, sagt der Stadtvertreter. Zumal es auch keine Ankündigung gegeben habe. „Für Otto-Normal-Verbraucher ist das überzogen“, sagt Schulz. Das Schlimmste wäre in seinen Augen, wenn dadurch Aufträge für die Diakonie wegfielen.

Thurow: Niemand muss das Angebot annehmen

Obwohl die Angebotsbriefe den offiziellen Kopf der Hansestadt Anklam tragen, hat diese mit der Grabpflege nichts zu tun, wie Anklams Bauamtsleiterin Sylvia Thurow betont. „Wir haben mit der Diakonie einen Pflegevertrag für den Friedhof“, sagt sie. Dieser würde aber nur die Wege und öffentliche Bereiche umfassen. Die Grabpflege hingegen sei ein gesondertes Angebot für die Hinterbliebenen. „Wir geben das von der Diakonie weiter“, erklärt Thurow. Eine Zusammenarbeit, die sich über die Jahre so ergeben habe. Gebühren würde die Stadt dafür jedoch nicht veranschlagen. Die Preise seien demnach eins zu eins von der Diakonie übernommen.

Eine Erklärung, dass der Angebotspreis so drastisch gestiegen ist, hat Bauamtschefin Thurow dennoch. „Die Diakonie hat das mit der Bewässerung begründet.“ Die Trockenheit der vergangenen Sommer sei in die Kalkulation mit eingeflossen. „Das Bewässern hat sich immens verteuert“, so Thurow. Außerdem müsse auch die Diakonie ihre Lohnpreise für die Angestellten anpassen. Verpflichtet, das Angebot anzunehmen, sei allerdings niemand, stellte sie bereits im Hauptausschuss klar. „Es kann jederzeit von jeder anderen Gartenfirma die Grabpflege gebucht werden“, sagt die Bauamtschefin.