Rösterei

Hier entsteht Kaffee aus Vorpommern

Preetzen / Lesedauer: 2 min

Wenn es in Preetzen nach Kaffee duftet, dann ist die Röstfrau Dorit Willinski in ihrem Element. Die Noch-Buchhalterin aus Berlin will mit ihrem Mann ganz nach Vorpommern ziehen und hier von der Kaffeerösterei leben.
Veröffentlicht:22.02.2021, 12:13

Von:
  • Mareike Klinkenberg
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Noch kommt die kleine Kaffeerösterei in Preetzen eher unauffällig daher. Fast läuft man vorbei an dem zum ehemaligen Gutshof gehörenden Arbeiterhaus mit den vielen Eingängen. Doch spätestens an wärmeren Tagen wird Kaffeeliebhaber der unverwechselbare Duft nach frisch gerösteten Kaffeebohnen durch die richtige Tür zu Röstfrau Dorit Wilinski locken.

Die 52-Jährige verdient derzeit als Buchhalterin in Berlin ihre Brötchen. Doch der Traum, gemeinsam mit Ehemann Kay irgendwann ganz nach Vorpommern zu ziehen und hier von der Kaffeerösterei zu leben, nimmt Stück für Stück Form an. Ihre Leidenschaft für das schwarze Gold konnte sie schon gut 12 Jahre lang als ausgebildete und zertifizierte Barista in einem Berliner Coffeeshop ausleben. Mittlerweile jongliert sie aber hauptberuflich statt mit Espressi, Latte oder Cappuccini mit Steuerrecht oder Jahresabschlüssen. Zu gern will Dorit Wilinski ihr Kaffee-Hobby jedoch wieder zu ihrem Beruf machen, verliert dabei aber als Expertin für Zahlen und Fakten auch nicht die Realität aus den Augen.

Erst mal röstet sie nur am Wochenende

Bis es so weit ist, wird deshalb nur am Wochenende die Röstmaschine, ein Profi-Modell aus China, angeheizt, und rohe Bohnen aus Costa Rica, Brasilien und Guatemala verwandeln sich bei maximal 220 Grad Celsius in köstlichen Kaffee. Auch Kaffee aus Indien und Indonesien kommt bei der Röstfrau in die Tüte, alles sortenreine Arabica-Bohnen. Einzig dem Espresso wird ein Anteil an Robusta-Bohnen beigemischt – für die Standfestigkeit, die Crema und die dominantere Würze, verrät die Expertin. Sie liebt Kaffee und will die Menschen damit anstecken. Deshalb erklärt sie geduldig die einzelnen Geschmacksrichtungen und die Unterschiede der Herkunftsländer und Preisklassen.

Im gemeinsamen Geschmackstest offenbaren sich auch dem Gaumen, der sonst eher Filterkaffee gewohnt ist, die fruchtigen, nussigen oder auch schokoladigen Nuancen der verschiedenen Bohnen.

Im Onlineshop gibt es auch Seife aus Kaffee

In ihrem Onlineshop vertreiben die Wilinskis bereits, was in ihrer Rösterei entsteht. Neben den Kaffeebohnen bekommt man dort auch Gärtnerinnenseife, die aus geröstetem Kaffeemehl und Rohseife entsteht und beanspruchten Händen Gerüche und Schmutz nimmt.

Neben dem eigenen Geschäftssinn und den vielen Ideen setzen die Wilinskis auch auf ihr wachsendes Netzwerk, zum Beispiel Annis bunte Töpferei in Liepen oder auf Landschaftsgestalter Lars Volkmer. Nach dem Lockdown werden sie auch wieder bei den Veranstaltungen der Hofläden in Rosenhagen und Postlow ihre Produkte vorstellen. Auch im Anklamer Geschäft „Dat Hus“ ist der Kaffee aus dem vorpommerschen Preetzen dann wieder erhältlich.

Link:www.roestfrau.de