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Feuerwehreinsatz

Hochwasser: Mehr als 100 Tiere aus überflutetem Garten gerettet

Anklam / Lesedauer: 3 min

Zu einem tierischen Großeinsatz mussten am Montagabend die Tierrettung und die Anklamer Feuerwehr ausrücken. Es ging um das Wohlergehen von mehr als 100 Tieren.
Veröffentlicht:13.02.2024, 13:52

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Eigentlich fielen die Pegelstände der Peene nach einem Höchststand am Sonntag zum Anfang der Woche schon wieder. Doch als der Anklamer Klaus Peter am späten Montagnachmittag seine Tiere in seinem Garten unweit des Arado-Kanals versorgen wollte, stand hier alles mehr als knöcheltief unter Wasser.

400 Quadratmeter großes Areal überflutet

„Morgens war noch alles in Ordnung“, erklärt er. Wenige Stunden später waren dann jedoch große Teile seines rund 400 Quadratmeter großen Areals, in dem der Züchter neben zahlreichen Ziervögeln auch Hühner, Enten, Kaninchen, Hunde und eine Katze hält, überflutet.

Vor allem Ziervögel und Federvieh hält der Züchter in Volieren. Vier Sittiche haben sich augenscheinlich vor den Rettern versteckt und sind in ihrem ursprünglichen Zuhause verblieben.
Vor allem Ziervögel und Federvieh hält der Züchter in Volieren. Vier Sittiche haben sich augenscheinlich vor den Rettern versteckt und sind in ihrem ursprünglichen Zuhause verblieben. (Foto: Mareike Klinkenberg)

In seiner Not wendete er sich an die Tierrettung in Medow und bat um Hilfe. Für ihn war zu dem Zeitpunkt nicht auszumachen, ob das Wasser noch weiter ansteigt und zu einer noch ernsthafteren Bedrohung für die Tiere wird, berichtet Peter. Seit mehr als 40 Jahren habe er seinen Kleingarten an dieser Stelle. Aber in all der Zeit hätte er höchstens einmal eine Überflutung wie diese erlebt. 

Fast 40 Einsatzkräfte und Helfer musste bei diesem Einsatz koordiniert werden.
Fast 40 Einsatzkräfte und Helfer musste bei diesem Einsatz koordiniert werden. (Foto: ZVG / Tierrettung)

Nachdem sich Tierretter Klaus Kraft vor Ort ein Bild der Lage gemacht hatte, zog er sofort die Anklamer Feuerwehr zur Unterstützung hinzu und rief den Großalarm in seinem eigenen Netzwerk aus. Insgesamt schätzte er die Anzahl der zu rettenden Tiere auf über 100. Bei einer späteren Zählung kamen dann genau 136 zusammen, darunter vor allem Vögel. 

Gemeinsam mit dem Zugführer der Anklamer Feuerwehr koordinierte der erfahrene Tierretter die insgesamt 17 ehrenamtlichen Helfer der Tierrettung und 19 Einsatzkräfte der Feuerwehr und teilte verschiedene Einsatzabschnitte ein. Neben der Sicherung der Tiere musste der Bereich beispielsweise auch ausgeleuchtet werden, denn der Strom war aus Sicherheitsgründen längst abgeschaltet worden.

Tierpark und private Pflegestellen springen ein

In zahlreichen Transportboxen wurden die Tiere zunächst vor Ort an eine Sammelstelle gebracht, wo sie gezählt und erfasst wurden und dann von dort aus in verschiedenen Einrichtungen in Sicherheit gebracht werden konnten.  Neben dem Anklamer Tiergehege nahmen laut Tierrettung auch der Tierpark in Greifswald, der Naturerlebnispark in Gristow und private Pflegestellen Tiere aufgenommen.  Rund drei Stunden lang waren die Einsatzkräfte insgesamt mit der Sicherung der Tiere beschäftigt.

In zahlreichen Transportboxen sicherten die Tierretter die Tiere und brachten sie in unterschiedlichen Pflegestellen unter.
In zahlreichen Transportboxen sicherten die Tierretter die Tiere und brachten sie in unterschiedlichen Pflegestellen unter. (Foto: ZVG/Tierrettung)

„Wir arbeiten in solchen Fällen gern mit der Tierrettung zusammen“, blickt Anklams Wehrführer Heiko Lass auf das Geschehene zurück. Die Tierretter seien gut vernetzt und arbeiten professionell. Einen Einsatz dieses Umfangs hat selbst Kraft bislang nur in Planspielen in der Theorie simuliert. „Zugutekommt uns dabei auch, dass wir in regelmäßigem Kontakt mit der Feuerwehr sind und auch schon einige gemeinsame Übungen und Schulungen durchgeführt haben“, lobt wiederum auch der Tierretter die Zusammenarbeit mit der Wehr.

Dankbar für die schnelle Hilfe

Tierfreund Klaus Peter ist immer noch beeindruckt, wie viele Helfer die Tierrettung in kürzester Zeit zusammentrommeln konnte. „Da waren Leute aus Pasewalk und von der Insel Usedom“, weiß er zu berichten und dankt allen Beteiligten von ganzem Herzen für die kurzfristige Hilfe. Inzwischen ist das Wasser in der Gartenanlage zwar zurückgegangen, aber bis seine Tiere wieder zurück in die Gehege können, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Da muss vieles erst durchtrocknen, repariert und sogar ersetzt werden, ist sich Peter sicher. 

Einen Tag nach der Rettungsaktion ist der Wasserstand zwar gesunken, aber die Tiere können offenbar noch nicht wieder zurück in ihre Behausungen. 
Einen Tag nach der Rettungsaktion ist der Wasserstand zwar gesunken, aber die Tiere können offenbar noch nicht wieder zurück in ihre Behausungen.  (Foto: Mareike Klinkenberg)