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Jagd in MV

Jäger ziehen nach Protest versöhnliches Fazit 

Anklam / Lesedauer: 2 min

Vor dem Schweriner Schloss haben die Jäger im Januar für Änderungen im neuen Landesjagdgesetz protestiert. In Vorpommern sieht man die Aktion nun als Erfolg.
Veröffentlicht:08.02.2024, 05:42

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Die Proteste der Bauern haben in den zurückliegenden Wochen ganz Deutschland in Atem gehalten. In Mecklenburg-Vorpommern zog es jedoch Anfang Januar auch die Jäger auf die Straße. In Schwerin vor dem Schloss protestierten sie gegen die Novellierung des Landesjagdgesetzes.

Über 1000 Waidmänner kamen zusammen und äußerten ihre Kritik an dem Entwurf des Landwirtschaftsministeriums – mit Erfolg, wie nun der Landesjagdverband beurteilt. So seien nach dem Protest noch Expertenanhörungen und Gespräche gefolgt. Auch auf eine breite Unterstützung aus der Landespolitik habe man bei den Anliegen der Jägerschaft zurückgreifen können, lobt der Anklamer Jäger Bernd Wieczorkowski, der sich im Landesjagdverband im Präsidium engagiert und quasi als Sprachrohr der Jäger Vorpommerns fungiert.  

Einlenken auf beiden Seiten

Mit dem nun überarbeiteten Entwurf zeigt er sich recht zufrieden. Natürlich müsse man weiterhin die ein oder andere „Kröte schlucken“, sagt er. Beidseitiges Nachgeben sei eben auch die Natur eines Kompromisses, das Ergebnis sei aus seiner Sicht aber akzeptabel. Der Landwirtschaftsminister hätte sich jedenfalls in den zurückliegenden Diskussionen ebenfalls bewegt und bei wichtigen Punkten eingelenkt, was Wieczorkowski ihm durchaus anrechnet.

Das betreffe etwa die Mindestjagdpachtzeit von neun Jahren, ebenso wie die Deckelung beim Abschuss von weiblichen Damwild und Rotwild in bestimmten Altersklassen. Wichtig sei auch, dass die Landesjägerschaft bei der Verteilung der Jagdabgabe weiter ihre Stellung behalte, so Wieczorkowski als Schatzmeister des Landesjagdverbandes. 

Der Anklamer Bernd Wieczorkowski sieht in dem überarbeiteten Gesetzesentwurf ein akzeptables Ergebnis für die Jägerschaft.
Der Anklamer Bernd Wieczorkowski sieht in dem überarbeiteten Gesetzesentwurf ein akzeptables Ergebnis für die Jägerschaft. (Foto: Veronika Müller)

Umgang mit dem Wolf bleibt Diskussionsthema

Neben diesen Erfolgen sieht er in dem Protest aber noch einen anderen nachhaltigen Effekt: „Wir haben gezeigt, dass wir, wenn es darauf ankommt, Zusammenhalt zeigen. Die Vernetzung und der Austausch unter den Jägern hat noch einmal zugenommen. In Vorpommern werden wir demnächst auch den ersten Stammtisch für Jägerinnen im Land aufbauen“, berichtet er. Das und die Änderungen am Gesetz lassen den Anklamer durchaus positiv voran schauen. 

Doch nicht nur unter den Jägern müsse man nun wieder an einem Strang ziehen. „Wir haben in der Sache hart diskutiert – auch mit dem Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Jetzt geht allerdings auch darum, die Wogen wieder zu glätten und gemeinsam die wichtigen Themen für die Zukunft anzupacken. Dazu zählt ganz klar auch der Umgang mit dem Wolf. Hier müssen wir zusammen eine Meinung vertreten“, sagt Wieczorkowski.