StartseiteRegionalAnklamJarmens Straßenlampen spielen verrückt

Hartnäckiger Defekt

Jarmens Straßenlampen spielen verrückt

Jarmen / Lesedauer: 3 min

Immer wieder dunkle Laternen, manchmal völlig zappenduster: In Jarmens Altstadt funktioniert die Straßenbeleuchtung seit Monaten nicht richtig, die Beschwerden häufen sich. 
Veröffentlicht:06.12.2023, 19:07

Artikel teilen:

Nicht leuchtende Laternen insbesondere im Bereich des historischen Ortskerns von Jarmen beschäftigen derzeit Stadtvertretung, Verwaltung und Elektriker gleichermaßen. Denn irgendwie scheint niemand der Lage wirklich Herr zu werden. Die Klagen der Anwohner nehmen gerade in der dunklen Jahreszeit entsprechend zu.

„Immer wieder auftretende Probleme der Straßenbeleuchtung führen zu viel Unmut seitens der Bevölkerung“, musste Jarmens Bürgermeister André Werner jetzt den Abgeordneten berichten. Um im gleichen Atemzug klarzustellen, dass dem Rathaus das Problem keineswegs allerlei ist: „Wir sammeln diese Meldungen und beauftragen eine Elektrofirma. Die anschließende Abarbeitung liegt nicht in unserer Hand, mehr als regelmäßig erinnern können wir nicht.“ Doch was ist da eigentlich Sache?

Ein Verteilerkasten für die ganze Altstadt

„Die gesamte Altstadt ist auf einen Verteilerkasten an der Fabrikstraße bei der Feuerwehr aufgeschaltet. Das geht ab da bis zur Wallstraße“, erläutert Andreas Giermann vom Bauamt. Und wenn dann wegen eines Defektes irgendwo in dem Gebiet die Sicherung herausfliege, betreffe das eben mehr als nur einen Straßenzug. „Zwei Tage hatten wir die Altstadt sogar komplett duster.“ Ganz neu sind die Probleme zwar nicht, mindestens seit Anfang des Jahres treten sie auf.

Doch zum Oktober häuften sich die Ausfälle, zum November nahmen sie fast schon überhand, kamen manchmal alle zwei bis drei Tage. Ursache dürfte die zunehmende Feuchtigkeit im Boden sein, denn die Experten vermuten eine Schwachstelle im unterirdischen Leitungssystem, bei der das Nass einen Kurzschluss in einer der drei Phasen verursacht. „Wir sind da am Arbeiten“, versicherte Andreas Giermann. „Aber den Fehler zu finden, ist nicht so einfach, das kann nur über ein Ausschlussverfahren passieren.“

Schwachstelle nur schwer zu finden

Eine Schilderung, die Thomas Breitsprecher bestätigt, Chef der gleichnamigen Elektro-Firma, die mit diesem Auftrag betraut wurde. Zwar gebe es Kabelmesswagen, mit deren Hilfe sich die kaputte Stelle aufspüren lasse. Doch dafür brauche er neben dem Umstand, dass gerade ein Kurzschluss vorliegen müsse, eine bestmögliche Eingrenzung der Messstrecke, schilderte der Fachmann im Gespräch mit dem Nordkurier.

Sonst könne es schnell sehr teuer werden. „Das Fahrzeug kostet so 200 Euro die Stunde, das sind dann mal schnell fast 10 000 Euro für eine Woche.“ Die wäre vermutlich nötig, um ein Terrain wie die Altstadt Abschnitt für Abschnitt unter die Lupe zu nehmen. „Das Problem dort ist auch, dass das Netz so verzweigt und kleinteilig ist. Wir sind jetzt dabei, die Suche auf ein Mastfeld einzugrenzen. Aber das ist ein schleichender Prozess.“

Wintereinbruch erschwert die Arbeiten

Hinzu kommt im Moment der Wintereinbruch, der ein Buddeln in die Tiefe ebenso erschwert wie das Arbeiten an den überirdischen Installationen. Bei so eisigen Temperaturen lassen sich die Kabel nur schlecht biegen. Darüber hinaus kämpfen Thomas Breitsprecher und seine Kollegen bei Wartung und Reparaturen mit dem Alter und der Technik der Straßenbeleuchtung, die in der Altstadt inzwischen meist deutlich mehr als zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat. „Wir mussten feststellen, dass die Lampen teilweise so vergammelt sind, dass wir die Köpfe und Füße von den Masten nicht mehr im Guten gelöst bekommen.“ Und Ersatzteile gebe es auch nicht mehr für alles.

Auch mit dem Austausch kaputter Leuchtmittel habe die Zahl der nicht funktionierenden Laternen inzwischen deutlich reduziert werden können. Und da zwei der Phasen freigeschaltet bleiben und die sich an der stillgelegten Phase befindlichen Lampen über das Altstadtgebiet verteilen, sehen der Elektromeister und der Mann aus dem Bauamt erstmal keine größeren Sicherheitsprobleme durch den Kurzschluss. Schließlich seien nur an einer Stelle zwei Exemplare direkt hintereinander betroffen und der Ortskern ziemlich gut ausgestattet mit Beleuchtung. Wirklich dunkel werde es dort also nicht.