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Neues Gerätehaus

Karlsburger Feuerwehr weiht Millionenprojekt ein

Karlsburg / Lesedauer: 3 min

Große Worte wurden am Samstag bei der Karlsburger Feuerwehr bemüht. Vom neuen Zeitalter, einem historischen Bau wurde gesprochen. Und der war doppelt so teuer wie geplant.
Veröffentlicht:26.09.2022, 05:29

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Auf diesen Tag haben die Karlsburger und allen voran ihre Feuerwehrmänner und -frauen wirklich lange gewartet: Nach dreijähriger Bauzeit und fast acht Jahren zwischen den ersten Plänen und der Fertigstellung konnte nun am Samstag ihr neues Feuerwehrhaus in Betrieb genommen und feierlich eingeweiht werden.

Dass der Weg bis zu diesem Tag für die Vertreter der Feuerwehr, aber auch der Gemeinde kein leichter war, lässt sich schon an den Zahlen ableiten, die sich auch finanziell widerspiegeln. So wurde das Gebäude anfangs mal mit Baukosten in Höhe von rund 920000 Euro kalkuliert.

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Kosten mehr als verdoppelt

Nach zahlreichen Änderungen, die etwa auch die Sicherheit der Kameraden und die Zuwegung zum neuen Gebäude betreffen, liegt die Gesamtsumme nun bei rund 2,3 Millionen Euro. Gut 1,1 Millionen Euro steuerte dabei das Land Mecklenburg-Vorpommern als Unterstützung hinzu, 200 000 Euro kamen vom Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die restliche Summe muss die Kommune Karlsburg selbst als Kredit finanzieren – eine Zahl, die etwa den gesamten anfänglich geplanten Baukosten entspricht.

Dennoch sieht auch der kreisliche Ordnungsamtsleiter Werner Hackbarth die geteilte Finanzierung von Land, Kreis und Kommunen als gutes Zeichen an. Die Zusammenarbeit beim Brandschutz funktioniere nur im Schulterschluss, betonte er.

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Anerkennung für Durchhaltevermögen

Dass dabei über all die Jahre niemand vor Ort den Mut und den Willen verloren hat, das Projekt weiter umzusetzen, rechneten auch die weiteren geladenen Gäste den Karlsburgern hoch an. Jeder Euro sei gut investiertes Geld, urteilte etwa Amtswehrführer Gerd Anklam.

Er weiß, welche wichtige Aufgabe die Karlsburger etwa mit der Abdeckungen an den beiden viel befahrenen Bundesstraßen 109 und 111 übernehmen. Hinzu kommen eine ehrgeizige Jugendarbeit und auch der Einsatz in der Führungsgruppe des Amtes. Deren künftiges Einsatzfahrzeug soll ebenfalls seinen Platz im Karlsburger Neubau finden.

Gerätehäuser bleiben Problemthema

Bei aller Freude in Karlsburg, die natürlich auch mit einem anschließenden Fest begangen wurde, ist für die Verantwortlichen auf Kreisebene das Thema Gerätehäuser weiter eines der brennendsten, wie auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Marko Stange, betont. Nicht zuletzt lasse sich auch an dem Karlsburger Bau aufzeigen, wie schwierig die Finanzierung eines solchen Gebäudes für die Gemeinde oftmals zu stemmen ist.

Gleichzeitig seien aber eben auch viele Feuerwehrhäuser in die Jahre gekommen und den Ehrenamtlichen teils schwer zuzumuten. Moderne Technik und auch ein passendes Umfeld ziehen aber gleichzeitig auch Menschen in den aktiven Feuerwehr-Dienst.

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Anforderungen deutlich gestiegen

Beim Thema Kostensteigerungen will Stange keineswegs die Forderungen der Unfallkasse als Buhmann sehen. Hier gehe es immerhin auch um den Schutz und die Sicherheit der Kameradinnen und Kameraden, erklärt er. Dennoch seien es aber gerade diese Sicherheitsanforderungen, die in den vergangenen Jahren gewachsen, ergänzt Werner Hackbarth vom Landkreis.

Ein Beispiel seien etwa die neuen Erkenntnisse zum sogenannten „Feuerwehrkrebs”, die mittlerweile einen anderen Umgang mit benutzten Einsatzgeräten und Kleidung mit sich brächten.

Initiative vom Land könnte helfen

Beide Männer zeigen sich durchaus überzeugt, dass Modellgerätehäuser, wie sie schon mal im Innenministerium diskutiert wurden, durchaus eine Entlastung für die Kommunen bei diesem Problem seien könnten. Die Idee, so zumindest bei den Planungskosten sparen zu können, sei nicht von der Hand zu weisen.

Auch deshalb hätten sich die Leiter der Ordnungsämter und die Kreisbrandmeister bereits an den aktuellen Innenminister Christian Pegel (SPD) gewandt. Die Gerätehäuser bleiben in vielen Gemeinden ein drängendes Problem, das eine Lösung braucht”, macht Marko Stange klar.