StartseiteRegionalAnklam▶ Kommt mit Marcel Falk „die starke Stimme” des Peenetals aus Stolpe?

Landtagswahl 2021

▶ Kommt mit Marcel Falk „die starke Stimme” des Peenetals aus Stolpe?

Stolpe an der Peene / Lesedauer: 3 min

Marcel Falk ist noch gar nicht so lange SPD-Mitglied. Mit seiner Meinung ist er nicht immer auf Parteilinie. Stimmgewaltig kennt man ihn in der Region als Stolper Bürgermeister.
Veröffentlicht:17.09.2021, 06:15

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Mit welchen Orten in ihrem Wahlkreis verknüpfen die vier aussichtsreichsten Direktkandidaten für den Landtag persönliche Verbindungen aber auch politische Ziele? Der Nordkurier hat die Bewerber von CDU, SPD, Linke und AfD im Bereich Anklam, Anklam-Land, Züssow und dem Amt Landhagen zur Wahlkreistour eingeladen. Drei Orte hatte jeder Aspirant zur Auswahl: Was die Kandidaten und die Kandidatin an ihnen festmachen, stellen sie auch persönlich in den entstandenen Wahlkreisvideos vor.

Mit den Kandidaten unterwegs – Marcel Falk (SPD)

Als „Wut von der Peene“ wurde Marcel Falk noch 2016 beschrieben, als er im Wahlkreis 29 für die Linkspartei als parteiloser Direktkandidat in den Landtag einziehen wollte. Fünf Jahre später ist er SPD-Mitglied. Seine Wut ist noch nicht verraucht – aber nicht mehr so fundamental.

Schulpolitik beschäftigt ihn

Anpacken und machen – mit diesem Credo will der Stolper Bürgermeister von sich überzeugen. Wir das aussehen könnte, kann er etwa auch an der Gebrüder-Grimm-Schule in Anklam zeigen. Dort ist er seit Jahren Vorsitzender des Fördervereins – seine beiden Töchter gingen hier zur Schule. Zuletzt gelang es hier, ein grünes Klassenzimmer auf dem Schulhof zu installieren, führt Falk vor.

In der Schulpolitik beschäftigt ihn noch so einiges, was er in Schwerin an den Mann bringen will. Die schweren Schulmappen etwa, die nach wie vor auf die jungen Rücken der Grundschüler drücken. Und die Lehrerausbildung: Nur mit guten Lehrern sei zukunftsorientierter Unterricht möglich, sagt Falk. Da müssten dringend Verbesserungen her – so wie bislang könne es nicht weitergehen, obwohl dieses Ministerium ja eigentlich in den zurückliegenden Jahren in den Händen seiner neuen Parteikollegen lag.

Noch nie an Ideen gemangelt

Angekommen an seinem zweiten Wahlort blüht Marcel Falk nahezu auf – das Stolper Peeneufer: Brummender Tourismus am Wasserwanderrastplatz, gute Arbeitsplätze im Stolperfährkrug, wichtige Infrastruktur mit der Stolper Fähre zwischen dem Nord- und dem Südufer. In seinem Heimatort ist Falk nach Jahrzehnten als Bürgermeister in seinem Metier. An Ideen hat es ihn in diesem Ehrenamt noch nie gemangelt, allzu oft aber am Geld – zumindest in der Gemeindekasse. Den Kommunen in diesem Punkt mehr Gestaltungsräume zu lassen, sie selbst in die Entscheidungsgewalt zu versetzten, das sei eines seiner größten Ziele, so Falk.

Die Wut von der Peene will er demnach wohl nicht mehr sein, aber die „starke Stimme des Peenetals“ in der Landeshauptstadt Schwerin, das könne er sich gut vorstellen. Welche Ziele genau an seinem dritten auserwählten Ort im Wahlkreis verfolgt werden können, umreißt Falk in der Außenküche der Villa Eden in Gützkow nur kurz. So einiges sei hier vorstellbar, bleibt er eher offen. Einen Wasserwanderrastplatz und mehr Anlegemöglichkeiten bräuchte es hier etwa, quittiert er und auch eine zweite Fährverbindung über die Peene sei aus seiner Sicht denkbar. Zwischen Gützkower Fähre und Kagenow habe das immerhin schon mal funktioniert.

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