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Vorpommersche Landesbühne

Kritik an Notzahlung fürs Anklamer Theater

Anklam / Lesedauer: 2 min

Die Vorpommersche Landesbühne hat weiterhin Geldprobleme – trotz 150.000 Euro, die Anklam jährlich zuschießt. Es gibt aber auch positive Nachrichten.
Veröffentlicht:22.08.2019, 10:04

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Unabweisbar und unvorhersehbar sei die Zahlung von 25.000 Euro an die Vorpommersche Landesbühne gewesen, geht aus den Akten hervor – trotzdem müssen die Anklamer Stadtvertreter noch grünes Licht geben. Deren Mitglieder müssen am Donnerstag über die Dringlichkeitsentscheidung von Bürgermeister Michael Galander  vom Dezember 2018 abstimmen. Damals sei das Theater Anklam in finanziellen Schwierigkeiten gewesen. Die Stadt Anklam war dabei ein Helfer in der Not.

Doch beim Kulturausschussvorsitzenden Christian Schröder (IfA) trifft die finanzielle Unterstützung nicht nur auf Zuspruch. Aus seiner Sicht müsse klar zwischen dem kulturpolitischen und finanziellen Signal der Entscheidung unterschieden werden. So sei die Hilfe aus Sicht der Kulturförderung absolut richtig. Andererseits fordert Schröder vom Theater eine schnellstmögliche Bestandsaufnahme, was die Haushaltslage betrifft.

Anklam zahlt jährlich 150.000 Euro ans Theater

Immerhin hat Anklam mit dem Theatervertrag erst vor gut zwei Jahren der Vorpommerschen Landesbühne langfristig jährlich 150 000 Euro Zuschuss zugesagt. Ein großer Erfolg, aber auch ein Kraftakt angesichts der finanziellen Situation der Stadt. „Wir machen uns unglaubwürdig, wenn nun immer wieder erneute Zuschüsse hinzukommen sollten“, sagt Christian Schröder. Das könne man aus seiner Sicht anderen Vereinen, Verbänden und Aktiven nicht vermitteln.

Darüber hinaus sieht Schröder kaum Spielraum, den Zuschuss der Stadt noch weiter zu erhöhen. Die Entscheidung des Bürgermeisters vom Dezember 2018 könne nun nur noch abgenickt werden, wiederholen sollte sie sich möglichst aber nicht, sagte er. Außerdem hätte die Vorlage aus seiner Sicht eigentlich auch im Kultur- und im Finanzausschuss beraten werden müssen.

Schwerin unterstützt mit 175.000 Euro

Der Anklamer fordert, dass vonseiten der Landespolitik in der Sache zügig gehandelt werden muss. Bislang hat es sowohl von der CDU als auch von der SPD nur mündliche Ankündigungen gegeben, ähnlich wie mit anderen Spielstätten in Mecklenburg-Vorpommern einen Finanzierungspakt zu schließen. Gerade beim Thema Finanzen müsse manchmal auch schnell gehandelt werden, sagt Schröder.

Das hat man in Schwerin nun auch getan: Am Mittwoch beschloss die „Lenkungsgruppe Vorpommern“ der Landesregierung, dass die Vorpommersche Landesbühne für 2019 einen einmaligen Zuschuss von 175.000 Euro erhalten soll. Ab dem kommenden Jahr soll die Finanzspritze vom Land dann um jährlich 400.000 Euro erhöht werden. Damit sei die Landesbühne nun auch Teil des Theaterpaktes, so Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD).