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Eröffnung der alten Schmiede

Minister greift am Schmiedefeuer selbst zu Hammer und Hufeisen

Stolpe an der Peene / Lesedauer: 3 min

Die Einweihung des alten Gebäudes an der Peene hat Erinnerungen geweckt. Zudem gilt das Projekt als Beispiel, was möglich ist, wenn viele an einem Strang ziehen.
Veröffentlicht:09.10.2022, 11:31

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Den speziellen „Duft” einer Schmiede vergisst man nie. So geht es auch Kurt Stürken, Besitzer des als Hotel und Feinschmecker-Restaurant bekannten Gutshauses in Stolpe an der Peene (Landkreis Vorpommern-Greifswald). 80 Jahre sei es wohl her, dass er mit Ponys zur Schmiede geschickt wurde, um sie beschlagen zu lassen. Und den Geruch, wenn die heißen Eisen die Hufe der Tiere berührten, sei ihm bis heute präsent, erzählte er am Sonnabend bei der Eröffnung der alten Schmiede an der Peene.

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Kleines Hufeisen als Belohnung

Erika Meyer, die stellvertretende Bürgermeisterin, berichtete wiederum vom Besuch einer Schulklasse in der Schmiede in den 60er Jahren, über den anschließend ein Aufsatz verfasst werden sollte. Die beste Arbeit sei dann mit einem kleinen Hufeisen vom damaligen Schmied belohnt worden.

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Idee bei Weihnachtsfeier

Und Bürgemeister Marcel Falk schließlich erinnerte an eine Weihnachtsfeier in der Schmiede vor knapp vier Jahren, bei der die Idee geboren wurde, die alte Schmiede wieder so herzurichten, dass sie ihrer eigentlichen Bestimmung, dem Schmieden, gerecht werden kann. Dass es nun endlich wieder soweit ist, sei dabei vielen Beteiligten zu verdanken. Vor allem Kurt Stürken, dessen Eigentum die Schmiede ist und der im Rahmen des Leader-Programms einen entsprechenden Förderantrag auf den Weg brachte und den Eigenanteil von rund 45 000 Euro beisteuerte.

Dank an die vielen Beteiligten

Insgesamt haben alle Maßnahmen, die Schmiede wieder auf Vordermann zu bringen, rund 180 000 Euro gekostet, etwa 135 000 Euro davon waren Fördermittel. Der Dank des Bürgermeisters galt aber auch all den „tollen Firmen”, die an dem Projekt beteiligt waren, dem Architekten Klaus Berge, der Gemeinde, den Spendern von Werkzeugen und nicht zuletzt auch den Schmiedefreunden, die das Ganze bei der Weihnachtsfeier vor vier Jahren ins Rollen gebracht und bereits viel ehrenamtliche Arbeit hineingesteckt hätten. Dabei wurden nicht nur unter anderem Dach, Elektrik, Boden und das Schmiedefeuer erneuert, alte Technik wurde auch instandgesetzt.

Zusammenhalt und Leben im Dorf

Das Beispiel der alten Schmiede zeige nicht nur, dass Stolpe ein lebendiges Dorf sei, sondern auch, was gemeinsam alles möglich sei, betonte Marcel Falk und warnte vor dem Hintergrund der aktuellen Lage vor einer Spaltung der Gesellschaft.

In das gleiche Horn stieß Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) in seinem Grußwort zur Eröffnung der alten Schmiede. Solche Projekte stärkten nicht nur den Zusammenhalt, sondern sorgten auch für lebendige Dörfer. Im Anschluss an seine Rede griff der Minister dann selbst zu Hammer und Zange, um ein Hufeisen in Form zu bringen – was ihm schließlich auch gelang. Denn auch ihm sei der „Duft” einer Schmiede nicht unbekannt, erklärte er den zahlreichen Gästen der Eröffnungsfeier und gab auch gleich noch eine der Grundregeln der Schmiedekunst zum Besten: Zwischen Hammer und Amboss gehört immer ein Stück Material.