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Unterirdischer Löschwasserbehälter

Neetzows stille Wasserreserve

Neetzow / Lesedauer: 2 min

Mit einem unterirdischen Löschwasserbehälter ist der Ort Neetzow nun auch im Brandfall geschützt. Die ungewöhnliche Lösung ist nicht billig: 100 000 Euro hat der Bau gekostet, der sich am Ende trotzdem rechnen soll.
Veröffentlicht:30.09.2018, 19:42

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Das Schloss, die Kita, und auch noch die Wohnblöcke – die Gemeinde Neetzow hat im Brandfall so einiges zu stemmen. Bislang kam in den schlimmsten Szenarien auch noch ein riesiges Problem dazu: Es gibt zwar potenziell viele kritische Brandorte, aber kein Löschwasser für die Kameraden, um dann auch entsprechend den Flammenherd voll angreifen zu können.

Das Dorf saß sprichwörtlich auf dem Trockenen. Der Schlossteich ist als Löschwasserquelle zu verschlammt. Brunnenbohrungen würden bei Weitem nicht die Kapazitäten liefern, um die Pumpen der Wehr zu versorgen. „Wir sind bislang immer nur auf Schichtenwasser gestoßen“, erklärt Bürgermeister Bernd Gladrow.

Die Gemeinde ist bei diesem Problem nun einen ganz neuen Weg gegangen – zumindest im Amt Anklam-Land. Statt einen Löschwasserteich anzulegen, hatte Feuerwehrmann und Gemeindevertreter Matthias Falk die Idee eines unterirdischen Löschwasserbehälters. Ähnliche Lösungen wurden bereits im Amt Landhagen realisiert.

Ein Teich müsse gewartet und instand gehalten werden

Das Bauwerk, von dem derzeit oberirdisch nichts mehr zu sehen ist, außer eine mehrere Quadratmeter große umzäunte Fläche, aus deren Mitte ein Saugrohr samt Beschilderung schaut, hat die Gemeinde mit Bau- und Planungskosten rund 100.000 Euro gekostet. Rund 100 Kubikmeter Wasser werden an dieser Stelle nun in drei Kammern für den Ernstfall vorgehalten.

Ein oberirdischer Löschteich wäre zwar um einiges günstiger gewesen, Falk ist trotzdem davon überzeugt, dass sich die Neetzower Lösung am Ende rechnet. „Ein Teich muss gewartet und instand gehalten werden, er verursacht also jedes Jahr erneut Kosten für die Gemeinde, ganz im Gegensatz zu den Tanks unter der Erde“, erklärt er.

Gefördert wurde der Bau übrigens nicht: „Für die Löschwasserbereitstellung gibt es kein Förderprogramm, jeden Euro für diese pflichtige Aufgabe musste die Gemeinde selbst aufbringen“, erklärt Bürgermeister Gladrow. Doch auch er zeigt sich froh darüber, dass das Löschwasserproblem in Neetzow nun gelöst ist. Auch in den anderen Ortsteilen sehe es mit der Wasserversorgung im Ernstfall erst einmal gut aus. Lediglich in Preetzen könne es im Sommer Engpässe geben. Für den Erstangriff sei die Wehr aber zudem auch mit dem 2016 angeschafften neuen Fahrzeug abgesichert, das ebenfalls über einen Tank verfüge, ergänzt Falk.