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Zuckerfabrik

Rekordverdächtige Kampagne beendet

Anklam / Lesedauer: 3 min

Der Rübenhof ist leer, die Silos sind gefüllt: In der Anklamer Zuckerfabrik ist die aktuelle Kampagne nach 151 Tagen zu Ende gegangen – fast mit einem Rekord.
Veröffentlicht:14.02.2023, 16:09

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Die Rübenkampagne 2022/2023 in Anklam ist offiziell vorbei, verkündet die Cosun Beet Company. Der Rübenhof ist mittlerweile leergeräumt. Alle angelieferten Zuckerrüben wurden zu Zucker, Futtermitteln und Bioenergie verarbeitet.

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Insgesamt hat die Cosun Beet Company Anklam seit dem 14. September 2022 etwa 1,76 Millionen Tonnen Rüben zu insgesamt 262.000 Tonnen Weißzucker, Dicksaft und Dünnsaft verarbeitet. Damit kratzen die Zuckerwerker an dem Rekordwert der Vorkampagne und erreichen nach eigenen Angaben die bisher zweitgrößte Verarbeitungsmenge in Anklam.

Einsatz von Hilfsstoffen notwendig

Laut einer Sprecherin habe der Rübenertrag in der 151 Tage andauernden Kampagne bei circa 75 Tonnen pro Hektar gelegen. Daraus ergibt sich bei einem Zuckergehalt von knapp 17,5 Prozent ein Zuckerertrag von rund 13 Tonnen pro Hektar. Ungeachtet dieser – vor allem für die trockenen Wetterverhältnisse im vergangenen Sommer – durchaus positiven Werte, hätten die extrem niedrigen Temperaturen und die darauffolgenden hohen Temperaturen die Landwirte und die Rübenverarbeitung seit Jahresbeginn 2023 vor große Herausforderungen gestellt. Speziell während der letzten 40 Kampagnentage haben Vorpommerns Landwirte und Unternehmen deshalb gemeinsam darum gekämpft, die wenig bis gar nicht geschädigten Zuckerrüben zu separieren, um nur diese zur Fabrik zu transportieren.

Wie bereits am Ende der Kampagne im Vorjahr war auch dieses Mal wieder der Einsatz von Hilfsstoffen notwendig geworden, um zumindest mit einer reduzierten Verarbeitungsleistung weiter produzieren zu können. „Einmal mehr zeigte sich unsere Abhängigkeit von Wetter und Klima. Um die Verwertung der frostgeschädigten Rüben kümmerten sich die betroffenen Landwirte mit Unterstützung der Fabrik eigenständig“, hieß es von der Firma. Eine genaue Menge wird demnach gerade gemeinsam mit dem Anklamer Anbauerverband für Zuckerrüben festgestellt und abschließend im Rahmen einer Frostschadensregulierung entschädigt.

Alles in allem blickt die Cosun Beet Company Anklam zufrieden, aber auch erleichtert auf das Ende der Kampagne. „Die zusätzlichen Kraftanstrengungen für die erheblichen Mehraufwendungen in der Produktion und aufgrund eines verlängerten Schichtzyklus’ infolge der längeren Kampagne haben sich nicht nur bei unseren Kolleginnen und Kollegen bemerkbar gemacht. Wir sind sehr dankbar für den Einsatz der Belegschaft, die Anstrengungen der betroffenen Rübenanbauer als auch beim Rübentransport und wünschen jeder und jedem Einzelnen ein paar Tage der Erholung, bevor die Arbeit weitergeht und wir uns in der Zuckerfabrik wieder auf die im April startende Dicksaftkampagne vorbereiten“, fasst Matthias Sauer, Geschäftsführer der Cosun Beet Company Anklam, die arbeitsreichen letzten Wochen zusammen.