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Ehrenamt

Rentenversicherung für Feuerwehrleute – das wünschen sich die Anklamer

Anklam / Lesedauer: 2 min

Während andere Gemeinden über eine Extra-Rente für die Feuerwehr nachdenken, hat Anklam solchen Bonus längst. Dennoch würde sich der Wehrchef noch etwas anderes wünschen.
Veröffentlicht:10.02.2024, 17:36

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Mit einer Vorreiter-Rolle im Landkreis will Vogelsang-Warsin in Sachen Brandschutz punkten. Die Gemeinde möchte eine private Rentenversicherung für ihre Feuerwehrleute abschließen. „Die Idee ist, dass wir unsere Feuerwehr attraktiv machen und das Ehrenamt stärken“, betonte der Bürgermeister. Die Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe, und die Gemeinden seien in der Verantwortung, dass es auch in Zukunft genügend Mitglieder in der Wehr gibt. Man ziele auf eine kapitalbildende Rentenversicherung für die Kameraden ab.

Anklam ist längst Vorreiter

Damit würde sie die erste Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald sein, sagte Kreiswehrführer Marko Stange. Damit liegt er allerdings nicht ganz richtig. Denn während sich die Uecker-Randower nun eigens über ein Modell, das in Dortmund umgesetzt wird, informiert haben, hätte wohl auch ein Blick an die Peene ausgereicht. In Anklam gibt es solch eine private Rentenversicherung für die Kameradinnen und Kameraden nämlich bereits.

Der Wehrführer hat dazu jeden Monat für einen Engagierten der Wehr das Vorschlagsrecht. Dieser könne dann bei einem ausgewählten Versicherer die Versicherung abschließen und bekomme anschließend jeden Monat 20 Euro von der Stadt, die er dort einzahlen kann, erläutert Anklams Feuerwehrchef Heiko Laß das Prinzip. Mittlerweile seien nahezu alle Kameraden, die dies möchten, der Versicherung beigetreten, berichtet er. Neue Mitglieder hätten zudem erst eine Bewährungszeit in der Truppe von zwei Jahren. 

Großer Rückhalt in der Lokalpolitik

Heiko Laß schätzt das Engagement der Stadt Anklam in diesem Bereich sehr, wie er sagt. Auch Stiefelgeld bekommen die Kameraden längst. Die Wertschätzung von Seiten der Stadtpolitik sei also da. Doch Laß sieht auch die Nachteile der privaten Rentenvorsorge. „Es ist mit viel bürokratischem Aufwand verbunden, etwa die Verwendung des gezahlten Geldes jedes Jahr nachzuvollziehen oder auch die Versicherung bei Kameraden, die nicht mehr zum Dienst erscheinen, ruhen zu lassen“, berichtet er.

Bei der Anklamer Feuerwehr gibt es das Modell einer privaten Rentenversicherung schon seit einiger Zeit.
Bei der Anklamer Feuerwehr gibt es das Modell einer privaten Rentenversicherung schon seit einiger Zeit. (Foto: Anne-Marie Maaß)

Werben für mehr Rentenpunkte

So groß der Rückhalt in der Kommunalpolitik also ist, würde sich Anklams Wehrführer mehr Interesse an dem Thema von Bundes- und Landespolitik erhoffen. „Das Problem ist, dass die Kameraden mitunter beim Renteneintritt von der privaten Versicherung gar nicht viel haben, weil ihnen diese wieder angerechnet wird“, beklagt er.

Damit der Einsatz im Ehrenamt also in späteren Jahren nicht einfach verhallt, plädiert Laß eher für einen zusätzlichen Rentenpunkt etwa pro drei oder fünf geleisteten Feuerwehrjahren. Das sei vor Ort einfacher zu händeln und würde den Feuerwehrleuten nachhaltig helfen. Immerhin, eine Befürchtung, die es in Vogelsang-Warsin noch gibt, kann er nicht bestätigen. Der Landkreis habe bei dieser Gemeindeausgabe bislang kein Veto eingereicht.