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Baustelle

Straßenbauer kämpfen am Kreisel mit Leitungschaos im Boden

Anklam / Lesedauer: 3 min

Der neue Schlaufenkreisel ist nicht nur verkehrstechnisch ein anspruchsvolles Projekt. Bereits im Tiefbau traten unter der früheren Bundesstraße nun mehrere Schwierigkeiten zutage.
Veröffentlicht:14.09.2023, 18:21

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Dass die neue Kreisverkehr-Baustelle an der Ecke Friedländer Straße/Leipziger Allee/Eckstraße Probleme bereit halten könnte, wurde schon vorher prognostiziert. Wie schwierig die Bauarbeiten aber wirklich sind, wird erst jetzt Tag um Tag ersichtlich. Ein ganzer Wust aus Altleitungen und bestehenden Kabeln befindet sich hier in der Erde. Ist es da überhaupt möglich, noch neue Leitungen zu verlegen?

Altleitungen kosten Bauarbeiter Nerven 

Dieser Platz muss zumindest gefunden werden. So gilt es, in dem Bereich neue Versorgungsleitungen für Schmutz–, Trink– und Regenwasser sowie auch die neue große Fernwärmetrasse unterzubringen. Wobei vom ursprünglichen Bauplan bereits abgewichen werden musste.

Eigentlich war vorgesehen, die tieferliegenden Leitungen bereits im Erdreich zu haben und dann mit der neuen Fernwärmeleitung über diese Trassen hinweg zu bauen. „Das wäre der einfachste und sicherste Weg gewesen“, so Planer Marco Kramber.

Doch schon in der vergangene Woche zeichnete sich vor Ort ab, daraus wird wohl nichts. So muss gleich an mehreren Stellen auch die Lage der Erdgasleitungen verändert werden, was zusätzliche Zeit kostet. Zudem gibt es dann auch noch ein ganzes Kabelpaket der Telekom, das zumindest für den weiteren Leitungsbau angehoben werden muss.

Eigentlicher Bauplan ist Geschichte

Bei all dieser Gemengelage sind die Bauleute teils nur mit Schippe im Einsatz, um sich Meter für Meter voran zuarbeiten. Da können auch die verbleibenden gut 35 Meter für die Schmutzwasserleitung derzeit noch Nerven kosten. Weil die neue Fernwärmetrasse darauf aber nicht warten kann — die Grundstücks– und Wohnungswirtschaft Anklam (GWA) als Betreiber hat hier schon vertragliche Fristen für die kommende Heizperiode zu erfüllen, muss auch diese neue Leitung später nun unterquert werden. Immerhin, bei der Fernwärme liegen die Bauarbeiten im Zeitplan, teilte jüngst GWA–Chef Jens Kiel mit.

Auch ein Teil der Leipziger Allee ist noch von den Bauarbeiten betroffen.
Auch ein Teil der Leipziger Allee ist noch von den Bauarbeiten betroffen. (Foto: Anne-Marie Maaß)

Die bereits bestehenden Leitungen machen derweil beim Kreisverkehrsbau auch noch an einer weiteren Stelle Probleme. So kreuzen gleich gut 50 Telekom–Leitungen die Stelle, an der eigentlich ein 100–Kubikmeter–Tank zur Löschwasserversorgung gesetzt werden sollte. Ein Einbau an der angedachten Stelle sei schlichtweg nicht möglich, so Kramber.

Neuer Standort für Löschwassertank gesucht

Selbst der Verbau für die gut vier Meter tiefe Baugrube würde auf dem engen Raum einen sehr hohen fünfstelligen Betrag kosten und wäre dann nach wie vor nur leidlich passend zum eigentlichen Vorhaben. Der favorisierte Platz für den Löschwassertank ist somit passé.

Aktuell werde im Kreuzungsbereich nach einer neuen möglichen Stelle gesucht. Denkbar wäre die Grünfläche am Hang neben dem Wolfskrugweg. Dort wolle man jetzt mit Sondierungen beginnen und schauen, ob nicht wieder Leitungen dem Bauvorhaben einen Strich durch die Rechnung machen.

Alles in allem soll das eigentliche Bauziel für dieses Jahr weiter erreicht werden. Bis Ende Dezember sollen zumindest alle Leitungen im Boden sein und auch der Straßenbau schon begonnen haben. Bis zum Spätsommer 2024 ist die komplette Bauzeit für den Schlaufenkreisverkehr angesetzt. Einen Lichtblick gibt es bereits in der angrenzenden Eckstraße: Hier sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen. Die Zufahrt zum Stadion–Parkplatz bleibt aber vorerst weiterhin gesperrt.