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Erneuerbare Energie

Solaranlage installiert – aber ans Netz darf sie nicht gehen

Wussentin / Lesedauer: 2 min

Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Hauses wollte Frank Plehn seinen Teil zur Energiewende beitragen. Doch Strom darf der Rentner damit noch nicht einspeisen.
Veröffentlicht:12.02.2024, 06:25

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An grauen Tagen wie diesen wurmt es ihn nicht ganz so sehr, dass die Solaranlage auf seinem Dach noch nicht ans Netz gehen kann. Doch wenn die Sonne lacht und die mehrere zehntausend Euro teure Anlage Strom erzeugen könnte, ist der Wussentiner Franz Plehn inzwischen wirklich sauer. Sein Ärger richtet sich gegen die Edis Netz AG als Netzbetreiber, bei der er seine Photovaltik-Anlage anmelden muss.

Und daran scheitert es

Doch genau an diesem Anmelde-Vorgang scheitert seit rund vier Monaten sowohl der Rentner selbst, als auch der Solar-Dienstleister, bei dem Franz Plehn eigentlich das Komplettpaket aus Montage, Installation und Bürokratie gebucht hatte.

Die Edis dagegen reagiert weder online noch auf Anrufe. Alle Kontaktversuche bleiben bislang unbeantwortet. Eine simple Eingangsbestätigung, Informationen über voraussichtliche Wartezeiten oder ähnliches - Fehlanzeige! 

Technische Probleme

Die Edis räumt auf Nachfrage technische Probleme ein. Aufgrund der steigenden Anfragezahlen sei neben der weiteren Digitalisierung des Netzes auch die Digitalisierung und ständige Modernisierung der Kundenprozesse zwingend erforderlich, erklärt Sprecher Danilo Fox.

Vor diesem Hintergrund sei in den zurückliegenden Monaten eine Systemumstellung erfolgt, die neben der digitalen Verarbeitung von Millionen Datensätzen auch die Themen Datenschutz, Monitoring und Standardisierung berücksichtigt. 

Man arbeite weiterhin an der Beseitigung der aufgetretenen Probleme und bittet um Verständnis dafür, dass es „dabei bei einzelnen Kunden zu Problemen gekommen ist.“

Interesse ist mittlerweile riesengroß

Grundsätzlich sieht sich das Unternehmen in seinem Engagement für die Energiewende trotzdem auf einem der vorderen Plätze unter den Energienetzbetreibern. Lag die Antragszahl bei der Edis im Jahr 2020 noch bei rund 5500 und 2021 bei circa 7600 Anmeldungen, so verdoppelten sich Antragszahlen im Jahr 2022  auf etwa 15.500. Im zurückliegenden Jahr 2023  gingen rund 36.800 Anmeldungen ein, so der Edis-Sprecher.

Der Antrag des Wussentiners zählt augenscheinlich nicht dazu und das, obwohl seine Solaranlage bereits seit Sommer 2023 auf dem Dach installiert ist. Der Speicher und alle nötigen Voraussetzungen für die Stromeinspeisung stehen seit Anfang November bereit.

Franz Plehn bleibt enttäuscht darüber, dass so mit Privatleuten umgegangen wird, die ihren Teil zur politisch so gehypten Energiewende beitragen wollen, deren Engagement aber augenscheinlich in der bürokratischen Warteschlange steckenbleibt. „Wir haben die komplette Anlage längst bezahlt und jeder Tag, den wir sie nicht nutzen, kostet uns bares Geld“, sagt Franz Plehn.