StartseiteRegionalAnklamWie soll die Zukunft der Jagd in Vorpommern aussehen?

Neues Jagdgesetz

Wie soll die Zukunft der Jagd in Vorpommern aussehen?

Anklam / Lesedauer: 2 min

„Wald vor Wild“ oder „Wild vor Wald“ — auch um diese Formeln wird es am Sonnabend voraussichtlich im „Anklamer Hof“ gehen, wenn sich Vertreter von Jagd und Politik treffen.
Veröffentlicht:13.07.2023, 05:34

Artikel teilen:

Wie sich die Jagd in den nächsten Jahren und vielleicht sogar Jahrzehnten auch in Vorpommern gestalten wird, darüber wird am Sonnabend, 15. Juli, im Hotel „Anklamer Hof“ diskutiert. Hintergrund ist der Entwurf eines neuen Landesjagdgesetzes, über den im September im Landtag zum ersten Mal beraten werden soll. Dieser Entwurf enthalte jedoch einige neue Regelungen, mit denen die Jägerschaft nicht ganz einverstanden sei, erklärt Bernd Wieczorkowski vom Präsidium des Landesjagdverbandes.

Daher seien drei Regionalkonferenzen einberufen worden, zu der in Anklam sind Vertreter der Jagdverbände Ostvorpommern, Uecker–Randow, Nordvorpommern und Rügen, der dazu gehörigen Hegegemeinschaften und Hegeringe sowie Abgeordnete des Deutschen Jagdverbandes, des Landwirtschaftsministeriums als oberster Jagdbehörde und der Landtagsfraktionen eingeladen. 

Mehr Wälder — weniger Schutz für das Wild?

Dabei werde zunächst Dr. Henning Wetzel, Vizepräsident des Landesjagdverbandes, die Neuerungen im Gesetzentwurf erläutern und auf die „Knackpunkte“ aus Sicht der Jäger eingehen. Die sieht Bernd Wieczorkowski vor allem darin, dass der angestrebte Aufwuchs klimastabiler Wälder auf Kosten der heimischen Tierarten erfolgen soll.

Das unter anderem dadurch, indem der bisherige Schutz für Muttertiere oder auch das Nachtjagdverbot für Rehwild aufgeweicht oder sogar aufgehoben werden sollen, damit es letztendlich weniger Tiere gibt, die den jungen Bäumen gefährlich werden könnten. Im zweiten Teil der Veranstaltung könnten sich dann die Vertreter der Landtagsfraktionen zum Entwurf und den Bedenken der Jäger positionieren.

Weichenstellung für langen Zeitraum

Dass diese Diskussion zustande kommt, sei allein schon daher wichtig, weil das neue Landesjagdgesetz — quasi das Grundgesetz aller Jäger im Land — nach seiner Verabschiedung voraussichtlich viele Jahre Bestand haben werde, macht der Mann vom Präsidium aufmerksam. Daher wolle man vorab bewusst in einen Dialog mit der Politik treten, um das Bestmögliche für alle Beteiligten herauszuarbeiten, wobei sich der Landesjagdverband als anerkannter Naturschutzverband mit seinen rund 10 000 Mitgliedern durchaus als Anwalt des Wildes verstehe.

Noch gäbe es in Mecklenburg–Vorpommern nämlich och gute Wildbestände, um die nicht nur die hiesigen Jäger andernorts beneidet würden. Diese nahezu „paradiesischen Zustände“ sollten auch möglichst für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben, so Bernd Wieczorkowski. 

Bis jetzt seien bereits 58 Stellungnahmen zum Entwurf des neuen Jagdgesetzes beim Landesjagdverband eingegangen. Nach einer zweiten Lesung im Landtag Anfang nächsten Jahres könne das neue Gesetz unter Umständen dann schon am 1. April 2024 in Kraft treten.