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Energiemangel

Winter in Vorpommern – Landrat Sack ruft zum Energiesparen auf

Greifswald / Lesedauer: 2 min

Die Gasspeicher sind gut gefüllt, doch ein Energiemangel ist bei einem langen kalten Winter nicht ausgeschlossen. Das passiert, wenn es so weit kommt.
Veröffentlicht:05.12.2023, 05:42

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Der Winter hat Vorpommern im eisigen Griff, und der Gasverbrauch ist deutlich gestiegen. Zwar sind die deutschen Gasspeicher nach Angaben der Bundesnetzagentur derzeit zu 95 Prozent gut gefüllt, doch ein langanhaltender strenger Dezember und Januar könnten schnell dazu führen, dass man Anfang Februar an den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestfüllstand von 40 Prozent anlangt.

Möglichkeiten zum Energiesparen nutzen

„Vor einem Jahr hatten wir noch nicht so richtig gewusst, wie man auf einen möglichen Energiemangel konkret reagieren muss“, sagt Landrat Michael Sack (CDU). „Doch inzwischen haben wir mehr Kompetenz, Netzwerke und auch Erfahrungen durch mehrere Alarmierungs- und Katastrophenschutzübungen.“

Es gebe also keinen Grund zur Panik, doch sollten wie im Vorjahr auch wieder künftig alle Möglichkeiten zum Energiesparen genutzt werden. Entsprechende Weisungen des Innenministeriums seien nicht aufgehoben worden, betont Sack. „Weiterhin aktuell ist demnach zum Beispiel die Vorgabe, dass wir im Notfall flächendeckend Wärmeinseln aktivieren müssen, in denen sich die Menschen bei Heizungsausfällen aufwärmen können.“ Kurzfristig sollten auch sogenannte Leuchttürme installiert werden, die bei einem Ausfall der Kommunikationsnetze als Anlaufstelle für hilfebedürftige Personen und zum Aufrechterhalten von Kommunikationswegen dienen.

Gut gerüstet sieht der Landrat auch jene Einsatzkräfte, die eingreifen sollen, um ausgefallene Heizungsanlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Mehrfach geprobt worden sei auch die Wiederherstellung zusammengebrochener Kommunikationswege zu den einzelnen Ämtern. „Im Notfall werden wir mit mobilen Notstromaggregaten reagieren“, versichert der Landrat. Auch die Treibstoffnotversorgung könnte kurzfristig umgesetzt werden.

Kritische Infrastruktur muss intakt bleiben

Vor einem Jahr hatte die Landkreisverwaltung in einer Online-Befragung etwa 2.400 Unternehmen befragt, inwiefern sie im Ernstfall zum Beispiel Hilfe benötigen. Inzwischen liegen detaillierte Daten zum Beispiel über Erreichbarkeiten, Versorgungsdetails, Ressourcen, Notstromaggregate und betroffene Personen vor.

Es gehe vor allem darum, dass die kritische Infrastruktur auch unter extremen Krisenbedingungen intakt bleibt, sagt Sack. Bereiche wie die Verwaltung, Ver- und Entsorgung, Rettungsdienst, Brandschutz, Gesundheitswesen, Verkehr und Transport, Industrie, Landwirtschaft, aber auch Medien, Finanzwesen und Forschung wie die Sicherung von Spezial-Laboren wie auf der Insel Riems müssten abgesichert werden. Neben wichtigen Unternehmen wie Stadtwerke, Wasserversorger oder Krankenhäuser würden auch mittlere und kleine Unternehmen und Einrichtungen wie Apotheken, Tankstellen, Pflegedienste und Kindertagesstätten auf den extremen Energiemangel-Fall vorbereitet.