Verkehrsunfälle

Zwei Senioren auf B 110 schwer verletzt - Suche nach Unfallursache dauert an

Padderow / Lesedauer: 3 min

Die Ursache für den schweren Verkehrsunfall auf der B 110 ist noch nicht geklärt, doch konnte die Polizei Angaben zum Hergang machen. Am Montag gab es wegen der Glätte weitere Unfälle.
Veröffentlicht:12.12.2022, 19:25

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Nach dem schweren Verkehrsunfall am späten Sonntagnachmittag auf der B 110 zwischen Jarmens Ortsteil Groß Toitin und dem benachbarten Padderow gilt ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim als mutmaßlicher Verursacher.

Das bestätigte am Montag Andrej Krosse, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam. Demnach war der junge Mann in Richtung Anklam unterwegs und dabei gegen 17 Uhr in den Gegenverkehr geraten.

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Sein Honda Civic touchierte den VW Golf eines 79-Jährigen aus Fischland-Darß-Zingst, der dadurch ins Schleudern geriet und in der Folge halbseitig frontal mit einem aus Richtung Jarmen folgenden VW Sharan aus dem hiesigen Landkreis kollidierte. Die 49-jährige Frau am Steuer erlitt bei dem Crash leichte Verletzungen und konnte laut den Polizeiangaben nach einer ambulanten Behandlung die Klinik wieder verlassen.

Ermittlungen zur Unfallursache

Auch der Honda-Fahrer gilt laut der Unfallaufnahme vor Ort als leicht verletzt, viel schlimmer traf es die Golf-Insassen: Der betroffene Senior und seine 73-jährige Beifahrerin mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Fragen wirft noch die Ermittlung der Unfallursache auf: Zwar war die Fahrbahn zu dieser Zeit nass und es setzte teils heftiges Schneegestöber ein, doch weder dies noch eine mögliche Glätte gelten nach den ersten Zeugenaussagen und Spurenanalysen als die Ursache für den Unfall, so Andrej Krosse. Hier gelte es noch, die weiteren Ermittlungen abzuwarten.

Andererseits ist die B 110 an dieser Stelle zum einen so schmal, dass es keine Mittellinie gibt, zum anderen lassen die steile Böschung und die dicken Alleebäume unmittelbar neben dem Asphalt kaum Platz zum Ausweichen.

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Feuerwehrleute mit Muskelkraft gefordert

Um wenigstens den Rettungswagen die Durchfahrt und das Wenden zu ermöglichen, betätigten sich die zu Hilfe gerufenen Feuerwehrleute teilweise als Wagenheber: Sie hievten die Autowracks gemeinsam ein Stück weiter an den Straßenrand.

Die Feuerwehr Jarmen war samt ihrer Löschgruppen Plötz und Daberkow mit insgesamt rund zwei Dutzend Männern und Frauen im Einsatz, die örtlich zuständige Gemeindefeuerwehr Neetzow-Liepen rückte mit allen drei Löschgruppen an, kam so auf zusammen 14 Kräfte. Die Kameraden übernahmen das Abklemmen der Pkw-Batterien und eine Grobreinigung der Fahrbahn. Die B 110 blieb bis circa 20.30 Uhr gesperrt.

Zahlreiche Glätteunfälle am Montag

Und auch am Montagmorgen wurde es auf den Straßen Vorpommerns vielerorts noch mal richtig gefährlich. Die Polizei in Anklam registrierte allein im Landkreis Vorpommern-Greifswald sieben Glätteunfälle, die zumeist glimpflich mit Blechschäden einhergingen. Lediglich bei Löcknitz wurden am Montagmorgen drei Menschen schwer verletzt, als ein Pkw von der Straße abkam.

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Auch auf der A20 rutschen mehrere Autos von der Fahrbahn. Ein Fahrer landete laut Polizei auf Höhe Jarmen in Fahrtrichtung Stettin in den Leitplanken und blieb dabei leichtverletzt. Der Schaden beträgt hier etwa 7000 Euro, so die Beamten.

Die Polizei mahnt im Zusammenhang mit den Glätteunfällen auch noch einmal die richtige witterungsgerechte Bereifung an. Noch immer seien unter den Unfallfahrzeugen Autos mit Sommerreifen, heißt es.