StartseiteRegionalBrandenburgErster Prozess um Straßenblockade von Klimaaktivisten in MV

Letzte Generation

Erster Prozess um Straßenblockade von Klimaaktivisten in MV

Greifswald / Lesedauer: 2 min

Mitglieder der Letzten Generation haben mehrfach die Erdölleitung von Rostock nach Schwedt angegriffen. Behörden in MV und Brandenburg prüfen, ob die Ermittlungen gebündelt werden.
Veröffentlicht:07.02.2023, 11:42
Artikel teilen:

Staatsanwaltschaften in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg prüfen derzeit, ob Ermittlungen gegen Mitglieder der Gruppe „Letzte Generation“ wegen Attacken auf Anlagen der Raffinerie PCK Schwedt zusammengefasst werden. Das betrifft auch zwölf Verfahren aus Neubrandenburg, wie eine Sprecherin der Anklagebehörde am Dienstag sagte.

Bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin in Brandenburg waren im Dezember Durchsuchungen gegen Gruppenmitglieder in mehreren Bundesländern koordiniert worden. Sie ermittelt wegen Störung öffentlicher Betriebe und des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Mehr lesen: Razzia gegen „Letzte Generation” – es geht um Ölleitung nach Schwedt

Grund sind vor allem Attacken der sogenannten Klimaaktivisten auf Anlagen der Raffinerie. Man prüfe, ob die Verfahren aufgrund von Sachzusammenhängen in Neuruppin gebündelt werden, sagte ein Sprecher. Allein in Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwölf solcher Verfahren gegen Beschuldigte aus dem Jahr 2022.

Mehr zum Thema: „Letzte Generation“ greift erneut Öl-Pumpstation in MV an

Mitglieder der Gruppe hatten mehrfach Pumpstationen der Erdölversorgungsleitung vom Hafen Rostock ins brandenburgische Schwedt bei Lindenhof (Mecklenburgische Seenplatte) und bei Strasburg (Vorpommern-Greifswald) attackiert, Hähne zugedreht, sich dabei gefilmt und die Aufnahmen ins Internet gestellt. Die Verwendung der Bilder war aber vom Landgericht Neubrandenburg untersagt worden. Dagegen wurde Rechtsmittel eingelegt. Seit dem Ende der Erdöllieferungen aus Russland wird PCK über diese Leitung versorgt.

Lesen Sie auch: Mehr Polizeischutz für Pipelines nach Sabotage-Versuch

Unterdessen sollen sich drei Frauen der Gruppe „Letzte Generation“ am Dienstag ab 13 Uhr erstmals wegen Nötigung vor dem Amtsgericht Greifswald verantworten. Sie hatten im März 2022 den Verkehr an der Europa-Kreuzung, dem verkehrsträchtigsten Knotenpunkt der Hansestadt, mit einer Sitzblockade zum Erliegen gebracht.

Klimaaktivisten der Gruppe Climate Justice Greifswald haben in diesem Zusammenhang zur "Einweihung des neuen Amtsgerichts" in der Domstraße aufgerufen. "Da die Plätze im Saal sehr limitiert sind, unterstützen wir die Angeklagten wieder davor mit eine Mahnwache. Es soll dort ein Ort sein zum Austausch und Aufwärmen", heißt es in einer Mitteilung von Climate Justice Greifswald.